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Es sei ein wunderbares Gefühl, das neu sanierte und um einen Neubau ergänzte Jüdische Museum in Frankfurt wiedereröffnen zu können, sagt Direktorin Mirjam Wenzel in SWR2. Sie sei „glücklich und auch ein wenig stolz“.

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Die neu konzipierte Dauerausstellung des Museums wolle eng an Fragen der Gegenwart anknüpfen. „Es ist ein Museum, das Geschichte in Form von Geschichten erzählt, mit einer Pluralität der Stimmen“, so Wenzel, „aber immer von der Frage-Perspektive der Gegenwart her.“ Berühren wolle die Ausstellung im wörtlichen Sinne.

Ausstellungsstücke im Jüdischen Museum Frankfurt: Portraits der Familie Rothschild (Foto: SWR, Martina Conrad)
Nach rund fünf Jahren Bauzeit öffnet das Jüdische Museum Frankfurt am 20. Oktober mit Neubau und saniertem Bestandsbau für Besucher. Im Bild: Portraits der Familie Rothschild Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen
Das älteste Jüdische Museum in Deutschland zeigt im Rotschild-Palais auf rund 1.400 Quadratmetern die neue Dauerausstellung „Wir sind Jetzt“ zum jüdischen Leben in Frankfurt von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Im Bild: Moritz Daniel Oppenheim (1800 – 1882), "Moses mit den Gesetzestafeln", München, 1817/18, Öl auf Leinwand, 197 x 130 cm, Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst- und Kulturpflege, Frankfurt am Main. Pressestelle © Jüdisches Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Nach Stockwerken geteilt stehen drei Themen im Zentrum des Jüdischen Museums: Geschichte und Gegenwart, Tradition und Ritual sowie Familie und Alltag. Im Bild: Benno Elkan (1877 – 1960), Chanukka-Leuchter "Die fünf Makkabäer", Frankfurt am Main, um 1925, Bronze, 68,8 × 77,5 cm Pressestelle © Jüdisches Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Avi Biran (geb. 1964), Chanukka-Leuchter, Israel, 2008. Pressestelle © Jüdisches Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Rachel Kanter (geb. 1970), “Between Me and God“, Tallit für Frauen, USA, Monclair, New Jersey, 2010, Baumwolle, Fotodruck, 80 × 70 cm. Pressestelle © Jüdisches Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Zugleich werden jüdische Erfahrungen von Diskriminierung und Gewalt thematisiert. Einzelne Biografien geben Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus und die Folgen der Schoah für Juden in Frankfurt. Im Bild: Ludwig Meidner (1884 − 1966), "Klagender unter Toten", aus dem Zyklus "Leiden der Juden in Polen" oder "Massacres in Poland", Großbritannien, London, 1942 – 1945, Aquarell, Kohle. Pressestelle © Jüdisches Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen

Besucherinnen und Besucher könnten sich mit den Geschichten von Frankfurter Jüdinnen und Juden etwa während der Zeit des Nationalsozialismus direkt auseinandersetzen. Beispielsweise werde das Schicksal von Martha Wertheimer, die zahlreiche jüdische Kinder aus Deutschland gerettet hatte, anhand eines Animationsfilms erzählt.

Mirjam Wenzel ist seit 2016 Direktorin des Museums, das erstmals 1988 in Frankfurt eröffnet und zuletzt in fünfjähriger Bauzeit saniert und mit neuen Ausstellungskonzepten versehen worden ist.

Museum Neu gestaltetes Jüdisches Museum Frankfurt öffnet für Besucher*innen

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