Gespräch

Feministische Netzpolitik: Strategien gegen alte, weiße Algorithmen und digitale Gewalt

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Wir brauchen eine geschlechtergerechte, digitale Zukunft, sagt die Autorin Francesca Schmidt in SWR2. Diskriminierungen wegen Geschlecht, Herkunft, Alter oder ethnischer Zugehörigkeit, die im Netz passieren, müssten von vornherein verhindert werden.

„Wir selber sind diejenigen, die diskriminieren“

Geschlechtergerechte digitale Zukunft sei eine Zukunft, die wir selber gestalten würden und die wir auch nur selber gestalten könnten. „Wir selber sind diejenigen, die diskriminieren und Diskriminierung in digitale Technologien einschreiben und die dort dann fortgeschrieben werden“ , so Schmidt.

Als Beispiel nannte sie etwa Gesichtserkennungs-Software, die die Gesichter von Schwarzen Menschen nicht erkennen würde. Zum Beispiel an Bahnhöfen sei das besonders für schwarze Frauen ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Digitale Gewalt gegen Frauen muss besser bekämpft werden

Zudem sprach sich Schmidt entschieden für die Bekämpfung digitaler Gewalt im Netz aus. Wenn eine Frau heute auf die Polizeiwache käme, um hate-posts gegen sie anzuzeigen, dann würde sie häufig hören: „gehen Sie doch aus dem Netzwerk raus“. Aber, so Schmidt: "Digitale Gewalt ist nicht ein einzelner Post, sondern sehr viele, die auf sehr vielen Kanälen stattfinden."

Die Autorin des Buches „Netzpolitik - eine feministische Einführung“ forderte deshalb dringend die Schulung von Polizei und Justiz. Zudem müsse die Beratungsstruktur in Sachen digitale Gewalt gegen Frauen ausgebaut und die Beratungsstellen finanziell besser unterstützt werden.

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