Das Facebook Logo auf einem Mobiltelefondisplay und das Horizon Logo auf einem Laptop-Bildschirm (Foto: IMAGO, imago images/NurPhoto)

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Facebook wird zu „Meta“ auf dem Weg ins Metaversum: Neuer Name, neues Glück?

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Das Facebook-Unternehmen hat sich umbenannt: „Meta“ lautet der neue Name, wie Facebook-Chef Zuckerberg am 28. Oktober 2021 bei der Konferenz „Facebook Connect 2021“ mitteilte. Für die rund 3,5 Milliarden Nutzer*innen von Facebook, Whatsapp und Instagram ändert sich allerdings nichts. Der Name des sozialen Netzwerks bleibt Facebook, die Änderung betrifft lediglich die Dachmarke.

Als „Meta“ auf dem Weg zum „Metaverse“

Eine Umbenennung des Konzerns war seit Wochen erwartet worden. Als Hauptgrund für die Umbenennung wurde genannt, dass der Konzern unter seinem Gründer und CEO Mark Zuckerberg sich künftig neu ausrichten möchte. Die virtuelle Welt „Metaverse“ soll dabei die Hauptrolle übernehmen. Die sozialen Plattformen Facebook und Instagram sollen jedoch weiterhin wichtig bleiben. Außerdem kündigte Zuckerberg an, dass das Unternehmen sich verstärkt mit NFTs auseinandersetzen möchte.

The metaverse is the next evolution of social connection. It's a collective project that will be created by people all over the world, and open to everyone. You’ll be able to socialize, learn, collaborate and play in ways that go beyond what’s possible today. https://t.co/655yFRm8yZ

Für sein großes Projekt „Metaverse“, dem Aufbau einer Online-Welt, in der die physikalische „reale“ Welt mit der virtuellen Welt verschmilzt, expandiert der Konzern derzeit stark. Allein in der Europäischen Union will der Konzern dafür in den nächsten fünf Jahren 10.000 Arbeitsplätze schaffen. Der Begriff „Metaverse“ stammt vom amerikanischen Schriftsteller Neal Stephenson, der ihn erstmals im Jahr 1992 in seinem Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ verwendete.

Facebooks Illustration eines virtuellen Raums. Facebook-Gründer Zuckerberg will  eine virtuelle Umgebung schaffen, in der man mit Menschen in digitalen Räumen zusammen sein kann. (Foto: dpa Bildfunk,  picture alliance/dpa/Facebook)
Facebooks Illustration eines virtuellen Raums. Facebook-Gründer Zuckerberg will eine virtuelle Umgebung schaffen, in der man mit Menschen in digitalen Räumen zusammen sein kann. picture alliance/dpa/Facebook

Als erste Produkte auf dem Weg ins „Metaversum“ hat das Unternehmen mit dem neuen Namen „Meta“ bereits die Projekte „Horizon World“ und „Horizon Workrooms“ gestartet.

Der Name „Facebook“ steht für viele Probleme

Es könnte auch noch einen weiteren Grund geben, weshalb der Konzern den Namen Facebook ablegen möchte: Der Name „Facebook“ steht für viele Probleme, mit denen der Konzern seit Jahren zu kämpfen hat. So prüfen Behörden weltweit, ob der US-Konzern gegen Wettbewerbsrecht wie auch Datenschutzauflagen verstößt.

Außerdem wurde der Facebook-Konzern für seinen Umgang mit Hate-Speech stark kritisiert. Gerade im Zusammenhang mit dem Ansturm von Trump-Unterstützer*innen auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021- Ex-Managerin Frances Haugens veröffentlichte kürzlich Interna der Firma und kritisierte, dass Facebook alle Maßnahmen gegen Hate-Speech hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstelle. Ein weiterer Kritikpunkt von Haugens ist, dass Facebook schädliche Folgen seiner Netzwerke auf die Nutzer*innen wissentlich in Kauf nehme, nur um weiter zu wachsen und Geld zu verdienen.

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Kritik gab es zuletzt auch vom Facebook-Aufsichtsgremium, das dem Internetkonzern mangelnde Transparenz vorwirft beim Versuch der Klärung, ob der Konzern prominente Nutzer bevorzuge und von seinen Regeln ausnehme.

Neue Konkurrenz: Trumps eigenes Social Network

Ein prominenter Nutzer, der schließlich doch von Facebook ausgeschlossen wurde, ist der ehemalige US-Präsident Donald Trump. Dieser will sich jetzt sein eigenes soziales Medium schaffen und Facebook und Twitter Konkurrenz machen. „TRUTH Social“ soll die konservative Plattform heißen, der Start ist für das erste Quartal 2022 angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt ist Facebook wohl auf seinem Weg in das Metaversum schon ein ganzes Stück weiter.

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