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INTERVIEW

„Die überwiegende Mehrheit der Anfragen, die uns aus der ganzen Welt erreichen, sind noch Angehörige der Opfer“, sagt Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, im Gespräch in SWR2 Kultur Aktuell. Die Arolsen Archives, UNESCO-Weltdokumentenerbe, bewahren eine umfangreiche Dokumentation zur nationalsozialistischen Verfolgung auf.

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Interesse an Dokumenten zur Nazi-Verfolgung lässt nicht nach

„Jetzt sprechen wir von der zweiten und der dritten Generation, von den Enkelkindern, die dank des Archivs erfahren wollen, was mit den Großvätern und Großmüttern passiert ist“, so Azoulay. Aber immer mehr Historiker und Historikerinnen und auch eine wachsende Öffentlichkeit, die Lokalforschung betreiben, interessierten sich für die Dokumente über die Konzentrationslager, über Zwangsarbeit und zu den Überlebenden.

Beim Projekt „#everynamecounts/#JederNameZaehlt“ können Bürger*innen dem Archiv helfen die gescannten Original-Dokumente in eine Datenbank einzutragen und somit die Suche nach Personen zu erleichtern. Ursprünglich als Projekt für Schulen gestartet, ist das Unterfangen jetzt für alle zur Teilnahme offen.

Mithelfen bei der Digitalisierung der Archive

Für viele sei die Mitarbeit an der Digitalisierung der Millionen Dokumente über das Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus ein wichtiges Projekt um ein Zeichen zu setzen gegen Geschichtsrevisionismus, gegen die Verleugnung von Fakten und die steigende Intoleranz gegenüber bestimmte Gruppen, erklärt Azoulay.

Wir gedenken der Opfer des NS-Regimes. Zwischen dem 21. und 27. Januar präsentieren wir live in Berlin und im Stream die Installation #everynamecounts. Interessante Hintergrundinformationen und Interviews runden das Angebot ab. Sei mit dabei! https://t.co/o2vLMTopbL https://t.co/i8syFogeXr

Geschichte Holocaust-Gedenktag 2021: Erstarken des Antisemitismus verhindern

Holocaust, Schoah, Porajmos: Der grausamen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten fielen vor allem Juden und Jüdinnen, Sinti*ze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke zum Opfer. Andere Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle, Zeugen Jehovahs und sogenannte Asoziale und Berufsverbrecher wurden ebenfalls systematisch verfolgt, gequält und ermordet. Ihrer und aller anderen Opfer der Nationalsozialisten – darunter auch politische Gefangene, Zwangsarbeiter*innen und Widerstandskämpfer*innen – wird seit 1996 am 27. Januar in Deutschland gedacht. Der Tag markiert die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee 1945 und ist seit 2005 auch weltweit Gedenktag der Opfer des Holocaust. 2021 steht er in Deutschland außerdem im Kontext des Festjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.  mehr...

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