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„Es wird ein zäher Prozess“: Wiederaufnahme der Internationalen Atomgespräche mit dem Iran

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Wilm Hüffer

Man wisse gar nicht, ob der Iran überhaupt entschlossen sei, eine Atombombe zu bauen, meint der Iran-Experte Adnan Tabatabai vom Institut CARPO, Center for Applied Research in Partnership with the Orient, in Bonn.

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Der Iran erhofft sich Sanktionslockerungen

Mit einem Anreicherungsgrad von 60% von Uran könne man noch kein waffenfähiges Material herstellen, aber der Iran könnte natürlich das Knowhow besitzen. Tabatabai hält es für verständlich, dass der Iran den Wiedereintritt in die Gespräche an die Forderung der raschen Sanktionsaufgabe knüpft.

„Der Prozess dorthin ist kompliziert. Aber es ist auch ein Stück nachvollziehbar, dass Iran sagt, ihr müsst eure Leistung erbringen, damit wir unsere erbringen," sagt Tabatabai. Und weil die Sanktionen den Iran von Jahr zu Jahr schwerer treffen würden, sei vonseiten der Regierung das Interesse an der Fortsetzung der Gespräche sicher auch sehr groß, um auf Sanktionslockerungen hinzuarbeiten.

Atomverhandlungen beginnen nach fünf Monaten Pause erneut

Und wenn man zudem offiziellen Äußerungen Glauben schenken wollte, dann läge die Entwicklung einer Nuklearbombe gar nicht im Interesse des Landes, so Tabatabai , „denn dann würden auch Nachbarstaaten nach der Nuklearbombe streben und das wäre ein neuer Unsicherheitsfaktor." .

Nach fünf Monaten Pause beginnen heute erneut Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den Mitunterzeichnern des Atomabkommens: den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

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