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Überall, wo Macht unfair verteilt ist, gibt es Machtmissbrauch

Auf den Weltfrauentag am 8. März 2021 folgte eine Woche mit mindestens drei Tiefpunkten: Erstens dem Mord an einer jungen Britin, mutmaßlich durch die Hand eines Polizisten, zweitens Vorwürfe gegen den BILD-Chefredakteur Julian Reichelt wegen Machtmissbrauch, der Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen, Nötigung und Mobbing sowie drittens Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Klaus Dörr, den Theaterintendanten der Berliner Volksbühne.

„In allen Bereichen, wo Macht unfair verteilt ist, haben wir Machtmissbrauch,“ sagt Kristina Lunz vom Centre for Feminist Foreign Policy, einer Denkfabrik für feministische Außenpolitik, in SWR2 . Das sei der Grundpfeiler einer patriarchalischen Gesellschaft, in der wir seit vielen Jahrtausenden lebten.

Wir brauchen Leute, die mit anpacken, in allen Bereichen unserer Gesellschaft

Um gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen, seien feministische Bewegungen notwendig und effektiv, das würden viele Untersuchungen zeigen, so Lunz: „Aber das kann und darf nicht allein auf den Schultern von Aktivist*innen und Menschen, die sich gegen das System auflehnen, passieren. Sondern wir brauchen Leute , die mit anpacken, in den Regierungen, in den Parlamenten, in der Wirtschaft, in allen Bereichen unserer Gesellschaft“.

Kristina Lunz verdanken wir, dass im Sexualstrafrecht der Grundsatz „Nein heißt Nein“ aufgenommen wurde, sie hatte die entsprechende Kampagne lanciert. Das Nein wurde so zum Kriterium für eine Vergewaltigung. Beim Auswärtigen Amt und bei den Vereinten Nationen setzt sich Lunz für die Belange von Frauen ein.

Gespräch | 100 Jahre Weltfrauentag Auf Augenhöhe – Kristina Lunz engagiert sich für Frauenrechte

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