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Frauen und Männer, die in Kulturbereichen arbeiten, haben erheblich schwierigere Arbeitsbedingungen im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen. Das ist die eindeutige Bilanz der neuen Studie des Deutschen Kulturrates zum Thema: „Frauen und Männer im Kulturmarkt – Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage“.

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Trotz akademischer Qualifikation niedriger Verdienst

„Die Leute sind in der Regel akademisch sehr hoch ausgebildet. Man wird aber so bezahlt als hätte man letztendlich eine Lehre absolviert. Und das ist fast durchgängig im gesamten Kulturbereich, dass wir deutlich unterhalb der normalen Einkommenssituation leben müssen, wenn wir da arbeiten"“ sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturraters und Mitautor der Studie, in SWR2 am Morgen.

Kulturbereich beliebtes Berufsziel bei jungen Menschen

Das sei schon vor Corona so, aber die Krise zeige die prekären Verhältnisse nochmal ganz klar. „Schon wenige ausgefallene Engagements führten zu einer ökonomischen Katastrophe, das können wir in der Studie nochmal sehr genau ablesen", sagt Zimmermann.

Das würde aber mitnichten bedeuten, dass der Kulturbereich von jungen Menschen gemieden würde. Das Gegenteil sei der Fall. 180.000 Studierende gäbe es derzeit in den gesamtem Kulturfächern, die man an den Hochschulen studieren kann. Für viele sei das also ein Lebensziel.

Frauen nach wie vor finanziell benachteiligt

Ein Ergebnis auch der Studie: Die Spitze sei zwar immer noch eher männlich geprägt, aber insgesamt werde der Kulturbereich immer weiblicher. Das sei nicht nur gut: „also eine gute Durchmischung ist eigentlich ganz wichtig, wenn die Bezahlung gut sein soll."

Aber leider müsse man auch in dieser inzwischen dritten Studie wieder erneut feststellen, dass der Gender Pay Gap, also der Unterschied des Einkommens zwischen Männer und Frauen zulasten der Frauen sehr, sehr hoch ist. „Es ist nicht besser geworden in den letzten Jahren. Wir haben manchmal wirklich erschreckende Einkommensunterschiede", so Zimmermann.

Umfangreiche Studie des Deutschen Kulturrats

Der Deutsche Kulturrat hat die bisher umfangreichste Studie erstellt zum Thema: „Frauen und Männer im Kulturmarkt – Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage“. Auf 507 Seiten legen Gabriele Schulz und Olaf Zimmermann einen eine umfängliche Untersuchung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in den Kulturberufen vor und bewerten die Situation unter dem Eindruck der Corona-Krise.

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