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Die Verhältnisse im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hätten sie bei Besuchen an einen Slum erinnert, so Marie von Manteuffel in SWR2, Flucht- und Migrations-Expertin der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) in Deutschland.

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Das Ende der im Lager Moria und anderen Aufnahmeeinrichtungen wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausgangssperre wurde auf den 21. Juni verschoben. 19.000 Migrant*innen sind allein in Moria untergebracht, etwa 40.000 auf den griechischen Inseln insgesamt.

In einigen Teilen des Lagers Moria müssten sich 170 Menschen eine Toilette teilen, 240 Menschen eine Dusche. Es gebe zu wenig Wasser und zu wenig Essen. MSF hätte eine eigene Covid-Station aufgebaut, aber auch die werde nicht ausreichend helfen, wenn das Virus im Lager ausbrechen sollte, so von Manteuffel.

Griechenland fühle sich insgesamt von der EU, vor allem aber auch von Deutschland, im Stich gelassen. Statt immer nur Geld und gute Ratschläge zu senden, erwarte die griechische Regierung Unterstützung bei der Bewältigung der Asylverfahren. Ärzte und Helferinnen warteten darauf, dass Kinder von den Inseln aufgenommen würden, die chronisch krank seien und dort nicht behandelt werden könnten.

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