Freiburg Emil Homburger: Durchgehalten - auch ohne Perspektive

Stolperstein in der Goethestraße 14

Die Zuversicht hatte er nicht aufgegeben. Er hoffte darauf, dass der Nazi-Spuk irgendwann vorbei sein wird. In seiner Haltung glich er vielen, die in der Herrschaft des Unrechts eine vorübergehende Erscheinung sahen. Dr. Emil Homburger sollte sich täuschen.

Kurzbiografie:

Dr. Emil Homburger, Jahrgang 1890, war einer von 14 jüdischen Rechtsanwälten in Freiburg. 1933 verlor er seine Zulassung. Durch die Ehe mit einer katholischen Frau genoss er zunächst einen gewissen Schutz.

Er unterstützte ausreisewillige Juden, besorgte Transitvisa, vermittelte Zugfahrten nach Portugal. Seinen Lebensunterhalt verdiente er auch als Devisenberater.

Nach 1938 geriet Homburger ins Visier der Gestapo. Diese hatte von seinen Kontakten zu der Caritas-Mitarbeiterin und Judenretterin Gertrud Luckner erfahren. Es folgten Schutzhaft in Dachau, das Todeslager in Auschwitz und schließlich das Konzentrationslager Buchenwald. Homburger wurde Anfang April 1945 umgebracht.

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