Freiburg Elisabeth Emter: Ihre Bibelzitate stören die Lagerordnung

Stolperstein in der Gundelfinger Straße 47

Wer in der Zeit des Nationalsozialismus abweichenden Überzeugungen anhing, musste sich in Acht nehmen. Das galt nicht nur für Personen mit verfemten politischen Einstellungen. So waren auch die sogenannten Bibelforscher, die Zeugen Jehovas, besonders gefährdet.

Kurzbiografie:

Elisabeth Emter (*14.11.1908) in Ratshausen im Zollernalbkreis. Sie stammte aus einem katholischen Elternhaus. Sie war die Mutter von sechs Kindern.

1927 wandte sie sich, unter dem Einfluss ihres Ehemannes Karl-Hermann, den Bibelforschern, den Zeugen Jehovas zu. Elisabeth Emter galt als sehr glaubensfest. Im Januar 1940 wurde sie verhaftet, nachdem sie sich geweigert hatte, eine Erklärung zu unterschreiben. Darin sollte sie sich verpflichten, von ihrem Glauben abzukehren. Nach drei Monaten im Freiburger Gefängnis wurde sie ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt. Dort war sie besonderen Schikanen ausgesetzt. Sie litt an Mangelernährung, wurde verprügelt, doch an ihrem Glauben hielt sie fest. 1942 wurde sie in der Tötungsanstalt Bernburg ermordet. Ihrer Familie wurde mitgeteilt, dass sie an Gürtelrose verstorben sei.

Ein Gedicht für die Mutter von Sohn Hermann Emter:

Gedicht von Hermann Emter "Ravensbrück - am Massengrab meiner Mutter, geschrieben im März 1993 (Foto: privat - Hermann Emter)
In Ravensbrück: Am Massengrab meiner Mutter ... privat - Hermann Emter
der Sohn Hermann Emter mit einem Fotobuch auf dem Schoß (Foto: SWR, SWR - Hubert Hagenmeyer)
Hermann Emter blättert im Fotoalbum der Familie. SWR - Hubert Hagenmeyer
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