Heinrich Bedford-Strohm hält Tübinger Weltethos-Rede Weltethos im Internet

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Die diesjährige Tübinger Weltethos-Rede hält Heinrich Bedford-Strohm. Bei seiner Rede am 21. Oktober will der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland für mehr Menschlichkeit im Internet plädieren. Hetze im Netz müsse eingedämmt werden - ebenso wie die Macht der großen Internetkonzerne.

Eine Weltethos-Rede mit stark politischer Note

Heinrich Bedford-Strohm ist die Nummer 13 in der Reihe der Tübinger Weltethos-Redner. Seine Rede am 21. Oktober wirft auch große politische Fragen auf, daraus macht der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche im SWR2 Interview keinen Hehl.

"Verheißung oder Verhängnis? Globale ethische Herausforderungen der Digitalisierung" lautet der Titel seines Vortrags.

Das Internet so organisieren wie andere öffentliche Güter

Bedford-Strohm in SWR2 mit Blick auf die globale Macht von Internetkonzernen wie Facebook oder Google: "Da ist überhaupt keine öffentliche Verantwortlichkeit mehr da. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, was eigentlich passieren muss, damit auch die Internetwelt so organisiert ist, wie wir das von allen öffentlichen Gütern kennen."

Auch Straßennetze oder die Grundversorgung mit Wasser oder Strom sei in öffentlicher Hand. Das Internet dagegen befinde sich in der Hand weniger einflussreicher Akteure. Man müsse darüber nachdenken, so Bedford-Strohm, beispielsweise Algorithmen öffentlich zugänglich zu machen, einen demokratischeren, pluralistischen Zugang zum Netz zu schaffen.

Hetze im Netz in die Grenzen weisen

Das Ideal der Menschenwürde sei auch für das Miteinander im Internet eine gute Orientierung, meint der Ratsvorsitzende. "Wir müssen dafür einstehen, dass eben nicht gehetzt wird, dass auch die Parteien, die beispielsweise den Todesfall eines Menschen dazu instrumentalisieren, um ihre Hetzbotschaften loszuwerden, in die Grenzen gewiesen werden."

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