Queen Elizabeth II. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Everett Collection)

Nachruf

Ein Zeitalter geht zu Ende: Nachruf auf Queen Elizabeth II.

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AUTOR/IN
Gabi Biesinger

Nach fast sieben Jahrzehnten Regentschaft geht mit dem Tod von Königin Elizabeth II. ein zweites elisabethanisches Zeitalter zu Ende.

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Eine handfeste Monarchin

Elisabeths Regentschaft begann offiziell mit der Krönung am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey. Es war die erste Zeremonie dieser Art, die im Fernsehen übertragen wurde. Menschen in allen Ecken des Commonwealth verfolgten, wie ihre neue Monarchin den Eid ablegte.

Die Untertanen bekamen eine handfeste Monarchin. Im Krieg hatte Elisabeth gelernt, Autos zu fahren und zu reparieren. Sie hatte keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen.

1992 – das annus horribilis 

Sie liebte die Jagd, Pferde und Hunde, mochte keine Spaghetti und räumte nach dem Essen im Palast auch mal den Tisch ab. Viel mehr erfuhr man nicht über ihr Privatleben. Interviews gab sie nie.

Königin Elizabeth und Prinz Philip an einer Pferdekoppel auf Schloß Balmoral im Jahr 1972 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Queen Elizabeths Leidenschaft galt dem Reitsport. Schon als Dreijährige soll sie erste Reitstunden erhalten haben. Zeitlebens konnte sie sich für Pferde begeistern. Picture Alliance

In ihrer Regierungszeit sah die Königin über ein Dutzend Premierminister kommen und gehen, traf sie jede Woche zum Tee und hörte sich deren Sorgen an. Die größte Krise für die Queen bahnte sich 1992 an, sie war „not amused“, als die Ehen von drei ihrer vier Kinder zerbrachen. Sie nannte 1992 ein annus horribilis, ein furchtbares Jahr.

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten setzte sie politische Akzente

Die richtige Krise begann aber erst, als Prinzessin Diana im August 1997, ein halbes Jahr nach der Scheidung von Prinz Charles in einem Auto Tunnel in Paris, auf der Flucht vor Paparazzi starb.

Da unterschätzte Elizabeth die total unbritische Wucht, mit der ihre Untertanen der schwierigen Ex-Schwiegertochter nachweinten und blieb erst mal in Schottland. Als die Blumenberge vor dem Buckingham Palast immer höher wurden, rettete Premierminister Tony Blair die Königin.

Er brachte sie dazu, eine ergreifende Rede über die Prinzessin der Herzen zu halten und das Volk wieder zu versöhnen. Das ist das eine Mal, von dem man weiß, dass dem Rat eines Premiers folgte. Obwohl sie durch die Verfassung zu politischer Zurückhaltung verpflichtet war, setzte die Königin politische Akzente im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Als versöhnliche Geste galt 2011 ihr Staatsbesuch in der Republik Irland. Seit der irischen Unabhängigkeit hatte noch kein britisches Staatsoberhaupt die Nachbarinsel besucht.

Ein zweites elisabethanisches Zeitalter geht zu Ende

Nach 60 Jahren auf dem Thron feierte Elizabeth im Juni 2012 ihr diamantenes Thronjubiläum. Trotz Regenwetter säumten Hunderttausende das Ufer der Themse, als die Queen mit ihrer Familie, begleitet von einer aufwendigen Schiffs Parade mit über 1000 Booten den Fluss hinunterfuhr.

Die letzten Jahre ihres Lebens waren überschattet durch das Zerwürfnis mit ihrem Enkel Harry, der sich aus der königlichen Familie zurückzog und mit seiner Frau Megan in den USA lebt. Bedrückend dürften für die Queen in der letzten Zeit auch die Vorwürfe gegen ihren mittleren Sohn Prince Andrew gewesen sein, dem Sex mit einer Minderjährigen vorgeworfen wird.

Im April 2021 starb dann kurz vor seinem 100. Geburtstag ihr Ehemann Prince Philip. Fast 75 Jahre lang waren die beiden verheiratet. In bezeichnete die Königin stets als ihre größte Stütze und Stärke ihr Leben. Nach fast sieben Jahrzehnten Regentschaft geht mit dem Tod von Elizabeth der Zweiten ein zweites elisabethanisches Zeitalter zu Ende.

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