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Das neue Führungsduo Esken/ Walter-Borjans habe mit der Abkehr vom Koalitionsbruch und der akzeptierten Führungsrolle der Fraktion in der Gesamtpolitik der SPD eine große Anpassungsleistung an die politische Realität erbracht, meint Gero Neugebauer im Gespräch in SWR2 Journal am Morgen. Neugebauer ist Politikwissenschaftler und ehemaliger Mitarbeiter am Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaften der FU Berlin. Dennoch kommt die Partei demoskopisch nicht vom Fleck. „Der eine relativ wichtige Grund ist der Merkel-Effekt. In Krisensituationen bevorzugen Wählerinnen und Wähler das Bewerte“, sagt Neugebauer. „Dann muss man sehen, dass die SPD auf der zentralen Ebene keine vergleichbare Persönlichkeit hat“, so Neugebauer.

Ein Jahr genau ist es an diesem Wochenende her, dass die SPD sich eine neue „Doppelspitze“ wählte. Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans führen seitdem die älteste demokratische Partei im Land. Gebessert hat sich seit dem 6.Dezember 2019 für die Sozialdemokraten aber wenig - vor allem nicht in den Wahlumfragen. Der Berliner Politikwissenschaftler und ausgewiesene SPD-Kenner Gero Neugebauer bezeichnet die Situation der Partei als „stabile Seitenlage“. Auch wenn Olaf Scholz längst zum Kanzlerkandidaten der Partei ausgerufen wurde - ein Notarzt für die Sozialdemokratie sei aber nicht in Sicht.

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