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Bei den Regionalzeitungen seien die Chefredakteurinnen rar gesät, sagt Edith Heitkämper, NDR-Redakteurin und Vorsitzende des Vereins „ProQuote Medien“. Von 108 Chefredakteursstellen bei den Regionalen seien gerade einmal acht von Frauen besetzt. Insgesamt könne man von einem „Frauenmachtanteil“ von knapp 10 Prozent ausgehen.

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Die Regionalzeitungen seien damit, was den Anteil an Frauen in Führungspositionen angeht, das Schlusslicht in der deutschen Medienlandschaft. Dort gebe es noch sehr oft gewachsene Strukturen — männliche Führungszirkel hätten sich über Jahrzehnte „etabliert und zementiert“ und es gebe auch Männerbünde, die gerne unter sich blieben.

Der männliche Blick auf die Welt und der weibliche Blick auf die Welt würden sich durchaus unterscheiden, meint Edith Heitkämper. Für eine differenzierte Berichterstattung seien verschiedene Perspektiven gut und wichtig — um die Leserinnen der Regionalzeitungen zu halten, sei es also notwendig, mehr Diversität in der Führungsriege zu schaffen. Das käme damit auch den Verlagshäusern zugute.

Die Studie ist nach die dritte Studie von Pro Quote Medien, nach einer Studie zu Gleichstellung im Rundfunk und einer Studie zur Gleichstellung in Presse und Online-Medien.

Raumfahrt Fehlende Astronautinnen: „Wir haben ein Klischeeproblem“

Claudie Haigneré war die erste westeuropäische Frau im Weltall: Sie hat sich 1996 ein Kindheitstraum erfüllt, den sie eisern verfolgt hatte. Ihr erster Weltraumflug hat sie überwältigt. Heute sieht sie sich als Botschafterin für mehr Frauen in der Wissenschaft.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Gesellschaft #actout: Warum 185 Schauspieler*innen aus Film und Fernsehen jetzt gemeinsam ihr Coming-Out feiern

Ulrich Matthes ist dabei, Maren Kroymann und Ulrike Folkerts: 185 Schauspieler*innen aus Film, TV und Theater haben gemeinsam ihr Coming-out bekannt gegeben. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung sowie auf Instagram und Twitter unter dem Hashtag #actout bekennen sie sich erstmals offen als lesbisch, schwul, bi, trans, queer, inter oder non-binär. Sie stoßen eine überfällige Debatte an.  mehr...

Baden-Baden

#Kulturfrauen Für mehr Mut zur Diversität: Çağla İlk, Direktorin der Kunsthalle Baden-Baden

Çağla Ilk hat gezielt nach einer Leitungsposition gesucht, die sie sich mit jemandem teilen kann. „Vier Augen sehen mehr als zwei, und vier Hände schaffen mehr als zwei“, sagt die 44 jährige Direktorin der Kunsthalle Baden-Baden. Die Zeit der Alleinherrscher in Kultureinrichtungen sei vorbei. Für sie und ihren künstlerischen Partner Misal Adnan Yildiz ist das Arbeiten im Kollektiv auch ein politisches Statement. Çağla Ilk ist in Istanbul geboren und hat dort Architektur studiert. Dann zog es sie nach Berlin, wo sie ihr Studium mit dem Schwerpunkt Architektur-Soziologie fortsetzte. Besonders interessiert sie die Nutzung des öffentlichen Raums für künstlerische Interventionen. Mehrere Jahre arbeitete sie als Dramaturgin und Kuratorin unter anderem für das Maxim Gorki Theater. Ein wichtiges Anliegen ist ihr der Kampf für mehr Diversität in Kultureinrichtungen. Da stehe Deutschland noch ganz am Anfang. Çağla Ilk hofft, dass ihr Beispiel junge Frauen mit Migrationshintergrund ermutigt.  mehr...

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