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Es gebe mehrere Probleme bei der Sanierung der Mikwe von Worms, sagt Michael Auras, Mikwe-Experte des Instituts für Steinkonservierung Mainz. Das jüdische Ritualbad aus dem Hochmittelalter ist aus Buntsandstein und gehört zu den zentralen alten jüdischen Gebäude in den SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz. Seit 2016 wird es saniert.

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Mehrere Herausforderungen bei der Konservierung

Zum einen sei eine statische Sicherung des stark geschwächten Mauerwerks nötig, erklärt Michael Auras. Zum Zweiten haben sich „bauschädliche Salze“ in den Steinen und im Putz angereichert. Und zum Dritten gebe es unter anderem Schimmelpilze und Grünalgen, die die Festigungs- und Konservierungsarbeiten behinderten.

In den vergangenen Jahrhunderten hätte unter anderem sachfremde Nutzung das Bauwerk angegeriffen, so Auras: Im 19. Jahrhundert sei die Mikwe teilweise als Abwasserschacht genutzt worden, die Nazis hätten sie vandalisiert und schließlich habe es einige Fehler bei vorherigen Sanierungsarbeiten gegeben, die jetzt ausgeglichen werden müssten.

Originale Farbspuren gefunden

Die Mauerputzreste aus dem 12. Jahrhundert, die sogar noch kleine originale Farbspuren enthalten, seien bereits konserviert worden. Das vermittle einem eine Ahnung, wie das Innere der Mikwe früher ausgesehen habe, sagt Auras.

Die Städte Worms, Speyer und Mainz haben sich mit ihren jüdischen Gemeinden 2020 als Weltkulturerbe beworben — um dieses außergewöhnliche Kulturerbe in Stand zu setzen, laufen umfangreiche Restaurierungsarbeiten. SchUM ist das Akronym aus den hebräischen Anfangsbuchstaben der drei Städte.

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