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Deutschland in der Energiekrise – Wer braucht jetzt Entlastung?

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Thomas Ihm

Thomas Ihm diskutiert mit
Prof. Dr. Christian Hagist, Wirtschafts- und Sozialforscher
Dr. Rainer Hank, Wirtschaftsjournalist
Dr. Ursula Weidenfeld, Wirtschaftsjournalistin

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Selten waren die Vorzeichen einer Wirtschaftskrise so deutlich. Die Energiepreise befeuern die Inflation und bremsen die Produktion. Der Winter wird hart.

Die Regierung will die Folgen für Firmen und Bürger mildern, indem sie Geld verteilt.

Aber entlasten die Entlastungspakete wirklich, oder schaffen sie neue Probleme und neue Ungerechtigkeiten?

Gespräch Zeitenwende beim Energiesparen: Verzicht ist die neue politische Realität

Noch vor wenigen Monaten gab es die Begriffe „Energiesparen“ oder „Verzicht“ kaum im Sprachgebrauch der deutschen Politik. Aber mit dem Ukrainekrieg und der Inflation habe sich das nun radikal geändert, sagt Philipp Lepenies, Autor des Buches „Verbot und Verzicht. Politik aus dem Geiste des Unterlassens“, in SWR2.
Inzwischen hätten so manche Politiker gut gemeinte Ratschläge erteilt, wie jeder einzelne von uns Energie sparen könnte, ob „mit oder ohne Waschlappen beim Duschen“. Aber für den Sozialwissenschaftler ist klar, dass wir durch den Ukraine-Krieg, nun in einer Zeitenwende leben, „in der das Wort „Verzicht“ zu einem Teil der politischen Realität geworden ist“. Philipp Lepenies rät, diese vage Hoffnung aufzugeben, denn der Verzicht werde nicht nur vorübergehend sein.  mehr...

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Gespräch Sozialforscher Christoph Butterwegge: Politischen Eliten fehlt Bewusstsein für prekäre Lage der Ärmeren

In den politischen Eliten fehle weithin das Bewusstsein für die prekäre Lage der unteren Einkommensschichten in der Inflation, sagt der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge in SWR2. Die Diskussion habe angefangen mit Alt-Bundespräsident Joachim Gauck und dem Rat, für die Freiheit zu frieren. Das sei die Empfehlung eines Hochprivilegierten an Ärmere gewesen. Ähnlich habe Bundesfinanzminister Christian Lindner von fünf Jahren der Knappheit gesprochen, dennoch aber eine glamouröse Hochzeit auf Sylt gefeiert.
Manchen Politikern der Ampel-Koalition sei nach der Kabinettsklausur in Meseberg offenbar inzwischen „mehr bewusst, dass eine Unterstützung armer Menschen notwendig geworden ist“, die durch die Inflation hart getroffen sind. Auch der FDP-Finanzminister sträube sich zwar nicht mehr gegen eine generelle Fortsetzung des 9-Euro-Tickets, aber der Vorschlag eines 49-Euro-Tickets verkenne die Realität eines Harzt-IV-Empfängers, der sich dies nie leisten könne.
Der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge befasst sich intensiv mit Armut in Deutschland und war 2017 Kandidat der Partei „Die Linke“ für das Amt des Bundespräsidenten. Vor kurzem ist seine Studie „Die polarisierende Pandemie, Deutschland nach Corona“ erschienen.  mehr...

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