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INTERVIEW

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Mehr als 300 Verdachtsmeldungen?

Man sei gespannt, was da jetzt wirklich an die Öffentlichkeit komme, sagt Ulrich Pick aus der SWR Redaktion Religion und Gesellschaft in SWR2. Laut SPIEGEL soll das neue Gutachten mehr als 300 Verdachtsmeldungen enthalten, auf mehr als 300 Opfer eingehen, und mehr als 200 Beschuldigte aufzählen. Das alte Gutachten behandelte dagegen nur 15 Fälle.

Welche Erkenntnisse bringt das neue Gutachten?

„Diese 700 Seiten, die wir erwarten, sind sie zum Teil geschwärzt? Dann nützt das niemand etwas. Oder kommt wirklich etwas zur Sprache, was wir erwarten? Und die Frage ist natürlich auch, diese Leute, die im Fokus stehen und von denen wir wissen wollen, wie sie denn wirklich über die Jahrzehnte gehandelt haben, werden sie jetzt besser behandelt in dem neuen Gutachten? Oder wäre es letztendlich besser gewesen, das alte Gutachten zu veröffentlichen?“, so Pick.

In Aachen hatte man ein Gutachten der ersten Kanzlei einfach öffentlich gemacht

Wie die Zurückhaltung des ersten Gutachtens zu verstehen sei, frage man sich auch umso mehr, wenn man bedenke, dass im Nachbarbistum Aachen ein Gutachten von der gleichen Münchner Kanzlei angefertigt und ohne Wenn und Aber der Öffentlichkeit preisgegeben wurde.

Dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wird vorgeworfen, die Aufklärung und Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in seinem Erzbistum zu verschleppen. Denn vor einem Jahr sollte bereits ein entsprechendes Gutachten vorgestellt werden, dass Woelki aber nicht zur Veröffentlichung frei gab.

SWR2 Forum Chaos auf katholisch - Zerbricht die Kirche am Missbrauch?

Lukas Meyer-Blankenburg diskutiert mit
Raoul Löbbert, Chefkorrespondent von Christ & Welt
Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur
Prof. Dr. Tine Stein, Politikwissenschaftlerin  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Am 18.3.2021, ist das Rechtsgutachten zur Verantwortung von Bischöfen, Generalvikaren und weiteren Führungskräften im Missbrauchsskandal im Kölner Erzbistum der Kölner Staatsanwaltschaft übergeben worden. In einer Pressekonferenz des Erzbistums wird es am 18.3. vormittags auch der Öffentlichkeit vorgestellt.

Trier

Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Trierer Bischof Ackermann kritisiert Kölner Kardinal Woelki

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann kritisiert die Aufklärung von Missbrauchstaten im Erzbistum Köln. Der Umgang des Kölner Kardinals Woelki mit den Vorwürfen erzeuge "eine große Enttäuschung und Irritation bei Betroffenen und der Öffentlichkeit".  mehr...

Gespräch „Die katholische Kirche kann sich selbst nicht reformieren“ – Das System Ratzinger und der sexuelle Missbrauch

Es gebe in der der katholischen Kirche ein uraltes Vertuschungssystem, das Joseph Ratzinger vorgefunden hat, sagt die Theologin Doris Reisinger: „Ratzinger hat dieses System allerdings weiterentwickelt, so dass man heute tatsächlich vom System Ratzinger sprechen kann“.
Das alte Vertuschungssystem bestehe aus einem Kleriker-zentrierten Kirchenrecht, in dem Opfer de facto keine Rechte haben. Ratzinger habe dem ein „unglaublich naives Kirchen- und Menschenbild“ hinzugefügt. Aus einer Art Wunschdenken heraus habe er sein naives Kirchenbild über das alte Vertuschungssystem „gegossen“.
Anstatt rechtlich funktionierende Maßnahmen gegen den systematischen sexuellen Missbrauch zu ergreifen, habe er beispielweise die irischen Katholiken zum Fasten und Beichten aufgerufen. Es gebe ein erstaunlich starkes innerkirchliches Narrativ, dass Joseph Ratzinger als einen „stillen Helden im Kampf gegen Missbrauch“ sehe. Das sei jedoch ein Mythos und müsse entlarvt werden, meint Doris Reisinger.
Doris Reisingers hat zusammen mit dem Regisseur Christoph Röhl das Buch „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“ geschrieben, sie selbst war Mitglied einer fundamentalistischen katholischen Gruppe, nun schreibt sie Bücher und veröffentlicht zu Missbrauch in der katholischen Kirche, 2019 erschien ihr Buch „Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche“, 2014 „Nicht mehr ich. Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau“.  mehr...

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Schwäbisch Gmünd

Gespräch Katholische Frauenorganisation „Maria 2.0“ kritisiert Bischofskonferenz: „Die wollen nichts ändern“

Die katholische Frauenbewegung „Maria 2.0“ hat ihre Kritik an der katholischen Kirche in Deutschland erneuert: „Ich sehe nicht, dass sich da was bewegt“, sagt Beate Spießhofer, die bei der Basis-Organisation in Schwäbisch Gmünd aktiv ist. Die Reaktion auf die „Thesenanschlags“-Aktion an Kirchentüren am Wochenende des 20./21. Februar sieht Spießhofer überwiegend positiv: „Ein Geistlicher hat das in seiner Predigt sogar positiv gewürdigt, dass Laien sich so engagieren“. Ein anderer Pfarrer habe dagegen das Aufhängen der Plakate ausdrücklich untersagt.  mehr...

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Tagesgespräch Bischof Peter Kohlgraf, Mainz: "Wir sind nicht nur Missbrauch"

Im Vorfeld der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz räumte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf im SWR Tagesgespräch ein, dass "die Kölner Geschichte" im Moment alles überlagere. Hintergrund ist die massive Kritik am Kölner Kardinal Woelk für den Umgang mit einer Studie zum Missbrauch in seinem Bistum, die er unter Verschluss hält. Zu den Rücktrittsforderungen an Woelki wollte sich Bischof Kohlgraf nicht äußern. Er nehme aber wahr, dass "die Stimmung auch ins Bistum Mainz schwappt." Zum Thema Frauen in der katholischen Kirche köndigte Kohlgraf an: "Was wir machen können, ist, auch in die Weltkirche kommunizieren, dass das Thema bei uns brennt."
Mit Blick auf die Bischofskonferenz sagte Kohlgraf: "Wir sind nicht nur Missbrauch. (...) Es geht auch darum zu zeigen, was wir an guten Ressourcen haben."  mehr...

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