Gespräch

Demografischer Wandel gefährdet unsere Zukunft - Neues Buch „Die Altenrepublik“

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Philine Sauvageot

In seinem Buch „Die Altenrepublik“ erforscht Stefan Schulz die Folgen des demografischen Wandels. Welche Auswirkungen auf die Wirtschaft, Innovationskraft und Lebensfreude es haben wird, wenn demnächst mehr Menschen in Rente gehen als es Schulabgänger gibt, das erläutert er in SWR2.

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2023 gehen in Deutschland mehr Menschen in Rente als volljährig werden. Das bedeutet: In manchen Bundesländern wird es mehr Menschen mit Pflegestufe geben als Wähler unter 30, so der Soziologe Stefan Schulz.

Der gegenwärtige Fachkräftemangel ist Vorbote der demografischen Verwerfung

Der gegenwärtige Fachkräftemangel sei keine Folge von Corona oder gestörter Lieferketten durch den Krieg in der Ukraine. „Das ist schon der Vorbote der nächste fünfzehn Jahre demografischer Verwerfung. Wenn 2029 1,4 Millionen Menschen in Rente gehen und nur 800.000 in den Arbeitsmarkt nachrücken, dann wird's wirklich kompliziert“, sagt Stefan Schulz.

Wir haben keine Demografiepolitik in Deutschland, obwohl die hier so dringend nötig ist.

Das demografische Ungleichgewicht zeige sich auch in der Altersverteilung bei den Wählerstimmen. Die Gruppe U30 hat bei einer Bundestagswahl nur ein Drittel der Stimmen im Vergleich zur Gruppe Ü60. „Wir haben ganz große Probleme, wie wir die Jüngeren zurück ins politische Spiel holen“, meint Stefan Schulz.

Darüber hinaus habe es weitreichende Folgen, ob eine Gesellschaft oder Unternehmen eher durch Jüngere oder durch Ältere geprägt würden.

Die Innovation ist Eigentum der Jugend. Wenn man keine Jugend bei sich hat, ist man nicht innovativ. Das ist fast Naturgesetz.

Da existiere eine Schieflage und es sei noch nicht so klar, wie Deutschland seinen viel gefeierten Innovations- und Technologievorsprung halten könne.

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