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Hygienevorschriften allein seien noch keine illegitime Form der Freiheitseinschränkung, so der Tübinger Philosoph Otfried Höffe in SWR2. Dennoch gebe es eine Reihe von Hinweisen auf Einschränkungen, in denen die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen womöglich nicht gewahrt sei, beispielsweise in Gaststätten und Kulturbetrieben, von denen man zumindest nicht eindeutig sagen könne, ob es dort zu besonders vielen Neuinfektionen komme.

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Insgesamt habe die Exekutive während der Krise zu viel Gewicht bekommen, so Höffe, habe sich die Judikative hingegen entmündigen lassen. Die Strategie, mit „negativer Freiheit“ und damit den Ängsten der Menschen zu agieren, erscheine ihm bedenklich. Otfried Höffe ist emeritierter Professor am Philosophischen Seminar der Universität Tübingen. Zu seinen Büchern zählen „Gerechtigkeit. Eine philosophische Einführung“ und „Kritik der Freiheit. Das Grundproblem der Moderne“. Er gehört dem Corona-Expertenrat der baden-württembergischen Landesregierung an.

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