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„Audiovisuelle Inhalte sind Quellen, ohne die man die Geschichte unseres Landes nicht mehr schreiben kann“, sagt Frank Adam, Archiv-Chef von SWR und SR. Er koordiniert das neue Programm-Angebot ARD Retro, bei dem 40.000 historische Fernsehvideos der Rundfunkanstalten nach und nach online gestellt werden.

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Am Anfang von ARD Retro steht ein SWR Projekt, das ebenfalls von Frank Adam geleitet wurde: SWR Retro bietet seit 2019 die schönsten Schätze aus dem SWR Fernseharchiv online zum Anschauen und Durchstöbern in der ARD Mediathek. Ob der Alltag eines Dorfschullehrers, die Erhöhung der Branntweinsteuer oder eine Weihnachtsfeier für Flüchtlinge mit Ministerpräsident Hans Filbinger – aus 21 Regalkilometern mit dem audiovisuellen Archiv an den drei großen SWR Standorten in Mainz, Stuttgart und Baden-Baden wurde alles digitalisiert.

SWR Retro als Vorreiter

Das Angebot werde sehr gut angenommen, erklärt Adam, egal ob Wissenschaftler*innen, interessierte Schüler*innen, Studierende, aber auch Leute ohne wissenschaftlichen Hintergrund seien regelmäßige Besucher*innen der Seite: Vereinsmitglieder, die ihren Verein in einem historischen Bericht entdecken oder Menschen, die sich für die Geschichte ihres Dorfes und des Bundeslands interessieren. Monatlich würden manche Videos bis zu 60.000 abgerufen.

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Insgesamt sei die Archivöffnung im Internet ein globaler Trend, meint Archivleiter Frank Adam. International seien etwa die britische BBC eine Vorreiterin gewesen, die Ina in Frankreich und einige skandinavische Rundfunkanstalten. Auch in der Schweiz habe ein Bürgerentscheid bereits über eine Online-Stellung des audiovisuellen Erbes der Eidgenoss*innen abgestimmt.

Archiv-Erweiterung geplant

Bisher sind in ARD und SWR Retro nur Videos enthalten, die vor dem 31.12.1965 gedreht wurden – bei jüngeren Videos sei es aktuell noch zu kompliziert die Rechte für eine Online-Verfügbarkeit zu bekommen, so Adam. Der nächste Schritt sei deshalb vorerst die Online-Archive auch auf Radio-Beiträge auszuweiten. Damit soll eine freie Archiv-Mediathek parallel zum kuratierten SWR2 Archivradio entstehen.

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