Gespräch

Ende des 9-Euro-Tickets: Nahverkehr muss unbedingt ausgebaut werden

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INTERVIEW
Martin Gramlich

„Der ÖPNV kann nicht nur eine Sache der Großstädte sein, auch die Menschen auf den Dörfern brauchen Alternativen, um ihr Auto zukünftig stehen lassen zu können“. Die Verkehrswende können nur gelingen, wenn Bund und Länder künftig mehr in den ÖPNV investierten, so Philipp Kosok von der Denkfabrik „Agora Verkehrswende“ in SWR2.

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Kein passender ÖPNV auf dem Land

Gegenwärtig fehlten besonders auf dem Land Angebote, Personal und Fahrzeuge. „Damit sind für diese Menschen gar nicht mal so sehr die Ticketpreise relevant, sondern, dass es überhaupt ein passendes Angebot gibt“, erklärt der Projektleiter „Öffentlicher Verkehr“. Damit hätten gegenwärtig hauptsächlich Menschen in Städten von dem 9-Euro-Ticket profitiert, auf dem Land hätten deutlich weniger das Ticket genutzt, erklärt Kosok.

Benutzerfreundlichkeit des 9-Euro-Tickets entscheidend

Wie viele Autofahrten und damit CO2 eingespart werden konnten, sei gegenwärtig noch nicht seriös zu sagen, weil die Daten noch nicht komplett vorlägen. Die Studien liefen auch nach dem Ende des 9-Euro-Tickets weiter. Klar sei aber schon jetzt, dass deutlich mehr Menschen den ÖPNV genutzt haben, als in den vergangenen Jahren, sagt Kosok. Dies liege besonders an der Benutzerfreundlichkeit des Tickets.

Nachfolgemodelle müssen Tarifdschungel lichten

9_EuroDas bisher eher unübersichtliche Ticketsystem in Deutschland habe durch das 9-Euro-Ticket eine zeitgemäße Vereinfachung erfahren, macht Kosok deutlich. Auch Nachfolgemodelle des 9-Euro-Tickets sollten unbedingt ein langes Stehen vor den Ticketautomaten vermeiden, indem sie den bisherigen Tarifdschungel lichten, rät der Experte.

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