Kulturmedienschau

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach kauft den Rilke-Nachlass | 30.11.2022

STAND
AUTOR/IN
Julia Haungs

Audio herunterladen (4,1 MB | MP3)

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach vermeldet einen der wichtigsten – und vermutlich teuersten – Ankäufe in seiner Geschichte: es handelt sich um den Nachlass des Dichters Rainer Maria Rilkes. Dieser war seit fast hundert Jahren im Besitz seiner Familie geblieben. Zugang zu diesem Schatz hatten bis jetzt nur sehr wenige Menschen.

Gespräch Herbsttagung Sprache und Dichtung im Literaturarchiv Marbach: „Historisches Bewusstsein – literarisches Gedächtnis“

„Man kann mit keinem Medium so intensiv in vergangene Zeiten einsteigen, wie mit der Literatur“, meint Jan Bürger, Leiter des Siegfried Unseld Archivs in Marbach, im Gespräch mit SWR2. Die Debatte darum, ob historische Literatur nach moralischen Kriterien von heute neu bewertet werden muss, sieht Bürger kritisch. In den letzten Jahrzehnten wurde der Literaturkanon vor allem nach ästhetischen Kriterien bewertet, inzwischen seien immer mehr moralische Kriterien hinzugekommen. Das schmälere den Erkenntnisgewinn von Literatur, so Bürger: „Moralische Argumentation führt dazu, dass wir im Kunstwerk die Bestätigung dessen, was wir eh schon fühlen und wissen und denken, suchen.“

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch „Archivasyl“ in Marbach: Warum es so schwierig ist, das Werk von Exil-Autor*innen sicher zu archivieren

Wie archiviert man das Werk von Autorinnen und Autoren, die auf der Flucht sind oder im Exil leben? Deutschlands Archive seien dafür nicht ausgelegt, sagt Sandra Richter, Leiterin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Es sei bislang nicht üblich, dass Literatur nur vorübergehend in die Bestände von Archiven aufgenommen würde. Doch die Not der betroffenen Künstler*innen sei groß.

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Ausstellung "Will's Book" im Literaturarchiv Marbach - First Folio Grundlage der Shakespeare-Rezeption bis heute

Das Format des First-Folio, des ersten 1623 erschienenen Kompendiums der Werke William Shakespeares, das in der aktuellen Ausstellung in Marbach gezeigt wird, bildet bis heute die Grundlage der Shakespeare-Interpretation. Darauf hat die Direktorin des Archivs, Sandra Richter im Gespräch mit dem SWR2 Journal am Mittag hingewiesen. Jeder Folio Band, den sie in Marbach zeigten, sei ein Unikat, so Richter. "Das First-Folio mit den gesammelten Komödien, Tragödien und Historien hat den Ruhm Shakespeare's begründet", betonte die Literaturwissenschaftlerin. "Zeitgenossen des Dramatikers wie Ben Jonson oder Christopher Marlowe, auch große Stückeschreiber, wurden nicht in gleicher Weise bekannt wie Shakespeare, dessen Werke heute eine säkuläre Bibel sind und das liegt ganz wesentlich am First Folio." ,,Da wurde ein Autor geschaffen, ein Werk geschaffen, in ganz ungewöhnlicher Form." Die Ausstellung in Marbach konzentriere sich vor allem auf die deutsche Wahrnehmung von Shakespeare im 18. Jahrhundert, erläuterte Richter weiter. Damals sei der britische Dramatiker die Gallionsfigur für das neue Theater gewesen. Außerdem versuche die Schau zu zeigen, wie die Dynamik der Shakespearschen Stücke noch heute nachwirkt, so Richter.

SWR2 Journal am Mittag SWR2

STAND
AUTOR/IN
Julia Haungs