Kulturgeschichte

Das Baguette

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AUTOR/IN
Natali Kurth

Nachdem die deutsche Brotkultur schon vor längerer Zeit von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt wurde, hat jetzt das französische Baguette nachgezogen. Seit Ende 2022 ist das beliebte Stangenweißbrot auch in der Welterbeliste.

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Ein Gesetz für die französische Brotkultur

Das Baguette gilt als französisches Wahrzeichen und ist jetzt offiziell auch ein von der UNESCO anerkanntes immaterielles Kulturerbe.

Das 60 Zentimeter lange und rund 250 Gramm schwere Nationalsymbol ist zwar ein alltägliches Lebensmittel, aber kein Fall ein normales Weißbrot. Denn die krossen goldbraunen Stangen werden nach einem „Decret Pain“ gebacken – ein spezielles Gesetz, das seit 1993 vorschreibt, wie genau ein „Baguette“ anzufertigen ist.

Das sieht zum Beispiel vor, dass es kein Tiefkühlprodukt sein darf und nur dort verkauft werden kann, wo es auch hergestellt wurde. Außerdem muss das Mehl eine hohe Qualität haben und der Teig sollte mit ausreichenden Ruhepausen deutlich geknetet werden. Der Name Baguette entstand übrigens erst im 20.Jahrhundert.

Ist Napoleon der Erfinder des Baguettes?

Über den Ursprung ist sich die Brotforschung allerdings noch nicht im Klaren. Die meisten Franzosen sehen die Anfänge des länglichen Brotes gerne bei Napoleon.

Der französische Kaiser soll Brote gefordert haben, die seine Soldaten leicht in ihre Uniformhosen klemmen konnten. Eine andere Theorie besagt, dass der Wiener Bäcker August Zang das Baguette im 19.Jahrhundert in Paris eingeführt habe.

Kulturgut Endlich! Das Baguette ist immaterielles Weltkulturerbe

Das Baguette mit seiner knusprigen Kruste und seinem weichen Inneren, weltweit Symbol für französischen Alltag, ist in das immaterielle Weltkulturerbe aufgenommen worden. Das entschied die UNESO-Kommission auf einer Tagung in Marokko.

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