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Das 9-Euro-Ticket kommt – Strohfeuer, Verkehrswende oder Symbolpolitik?

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Axel Weiß diskutiert mit
Lisa Ecke, Mobilitätsforscherin, Karlsruher Institut für Technologie
Bastian Kettner, Verkehrsclub Deutschland
Ulrich Weber, Landesgeschäftsführer des Verbands der Verkehrsbetriebe Baden-Württemberg

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Der Bund will ab Juni drei Monate lang Billigtickets für den öffentlichen Nahverkehrs mit 2,5 Milliarden Euro fördern. Ein Monatsticket soll nur 9 Euro kosten.

Ist das der Auftakt zu einem überfälligen Ausbau des ÖPNV oder eher Symbolpolitik, die von der Überförderung des Autos ablenken soll? Wie erreichen wir eine bezahlbare Verkehrswende weg vom motorisierten Individualverkehr?

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Tagesgespräch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP): "Bürgerinnen und Bürger freuen sich auf das 9-Euro-Ticket"

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) weist Kritik aus den Ländern an der geplanten Finanzierung des 9-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr zurück. Im SWR2 Tagesgespräch sagte Wissing: "Das, was wir erstatten, sind zweieinhalb Milliarden Euro. Das entspricht den von den Ländern erwarteten Ticketeinnahmen für die drei Monate. Zusätzlich bekommen die Länder noch die neun Euro pro Ticket dazu, so dass sich die Länder hier nicht schlechter stellen, sondern eher besser." Die Länder wollten jedoch jenseits des 9-Euro-Tickets höhere Zuweisungen für den ÖPNV im Allgemeinen. Das habe mit diesem Ticket und mit dem aktuellen Gesetzentwurf nichts zu tun.
Gleichzeitig verteidigte Wissing die beschlossene Senkung der Steuer auf Diesel und Benzin. Sie stehe nicht in Widerspruch zum Ziel, den ÖPNV zu fördern. "Die Preisanstiege [wegen des Ukraine Kriegs] sind enorm. Wir haben Spediteure, kleine Speditionen, die ihre Verträge nicht kurzfristig anpassen können und die in den letzten Wochen in echte Existenznöte geraten sind", so Wissing.
Der Bundesverkehrsminister sieht im geplanten 9-Euro-Ticket auch nach Ablauf der drei Monate eine Chance für mehr Fahrgäste im ÖPNV. Befürchtungen vor einer Überlastung von Bussen und Bahnen will Wissing "Optimismus" und "Tatendrang" entgegensetzen:"Wir sollten alle selbstbewusst sein, auch die Länder, und davon überzeugt sein, dass das gute ÖPNV Angebot die Menschen dauerhaft überzeugt, wenn sie es erst einmal näher kennengelernt haben." Darüber hinaus kündigte Wissing an, dass die Einstellung der Menschen zum ÖPNV in den drei Monaten ausgewertet werden soll: "Warum sind die Menschen nicht früher umgestiegen? Bleiben sie jetzt dabei? Und wenn sie nicht dabeibleiben, warum wollen sie wieder zurück zum Individualverkehr? Und diese Erkenntnisse können wir dann auch nutzen, um Verbesserungen im ÖPNV zu diskutieren", so der Bundesverkehrsminister im SWR.  mehr...

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Das Auto ist für Diehl wie ein Virus. Das zeige daran, dass die durchschnittlich acht Verkehrstoten pro Tag in Deutschland akzeptiert werden „als wäre das eine Naturkatastrophe, die man nich tändern kann.“ Finnlands Hauptstadt Helsinki habe es dagegen geschafft, auf null Tote im Straßenverkehr zu kommen. „Da sind Kinder und Senior*Innen halt mehr wert als ein Auto“, sagt Diehl kritisch.  mehr...

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