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Was ist eigentlich „für unser Leben relevant“? Diese Frage solle man eher stellen, als Erfordernisse in der zweiten Corona-Welle mit dem technischen Begriff der „Systemrelevanz“ zu umschreiben, meint Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, im Gespräch mit SWR2.

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Mit diesem Begriff habe man ursprünglich in der Finanzkrise die Rolle der Banken fürs Finanzsystem umschrieben – systemrelevant seien die Unternehmen und Banken gewesen, ohne die das Finanzsystems nicht fortbestehen konnte. Die Frage sei aber immer, für welches System Personen und Institutionen letztlich relevant seien. Dabei gebe es unterschiedliche Sichtweisen, abhängig unter anderem von den Lebensumständen.

„Systemrelevanz oder besser Lebensrelevanz ist wie eine Lupe“, so Markschies, sie zeige für jeden Bereich der Gesellschaft, was die zehn Dinge seien, die nicht zusammenbrechen dürfen. Es sei immer wichtig klar zu benennen, auf welchen Bereich, welches „System“ man genau blicke: Das sei für junge Menschen teilweise etwas anderes als für ältere Menschen in einem Pflegeheim.

Der letzte Lockdown habe allerdings einen Verständigungsprozess darüber angestoßen, was wir für relevant halten: „Der wird nie auf dasselbe Ergebnis führen. Manche halten Oper für relevant, andere finden Oper unendlich langweilig; aber dass Kultur wichtig ist, ist inzwischen vielen deutlich.“

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