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Lukas Meyer-Blankenburg diskutiert mit
Raoul Löbbert, Chefkorrespondent von Christ & Welt
Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur
Prof. Dr. Tine Stein, Politikwissenschaftlerin

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Wieder geht es um Missbrauch durch Kirchenvertreter, wieder gibt es Streit um die angemessene Aufarbeitung.

Dieses Mal das Erzbistum Köln. Kardinal Woelki hält erst ein Missbrauchs-Gutachten zurück und kündigt nach massiver Kritik für den 18. März ein neues an.

Die Gläubigen wenden sich dieweil in Scharen ab. Hat die Kirche nichts gelernt?

Mehr zum Missbrauchsgutachten auf tagesschau.de

Nach Missbrauchsgutachten Erzbistum Köln beurlaubt Weihbischof Puff

Das Gutachten zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln hat weitere Folgen: Kardinal Woelki beurlaubte Weihbischof Puff vorläufig von seinen Aufgaben. Der hatte selbst darum gebete…  mehr...

Gespräch Der Augiasstall Köln: Kardinal Woelki veröffentlicht Missbrauchsgutachten

Man sei gespannt, was da jetzt wirklich an die Öffentlichkeit komme, sagt Ullrich Pick aus der SWR Redaktion Religion und Gesellschaft in SWR2. Laut SPIEGEL soll das neue Gutachten mehr als 300 Verdachtsmeldungen enthalten, auf mehr als 300 Opfer eingehen, und mehr als 200 Beschuldigte aufzählen. Das alte Gutachten behandelte dagegen nur 15 Fälle.
„Diese 700 Seiten, die wir erwarten, sind sie zum Teil geschwärzt, dann nützt das niemand etwas. Oder kommt wirklich etwas zur Sprache, was wir erwarten. Und die Frage ist natürlich auch, diese Leute, die im Fokus stehen und von denen wir wissen wollen, wie haben sie denn wirklich über die Jahrzehnte gehandelt, werden sie jetzt besser behandelt in dem neuen Gutachten. Oder wäre es letztendlich besser gewesen, das alte Gutachten zu veröffentlichen“, so Pick.
Wie die Zurückhaltung des ersten Gutachtens zu verstehen sei, frage man sich auch umso mehr, wenn man bedenkt, dass im Nachbarbistum Aachen ein Gutachten von der gleichen Münchner Kanzlei angefertigt und ohne Wenn und Aber der Öffentlichkeit preisgegeben wurde.
Dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wird vorgeworfen, die Aufklärung und Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in seinem Erzbistum zu verschleppen. Denn vor einem Jahr sollte bereits ein entsprechendes Gutachten vorgestellt werden, dass Woelki aber nicht zur Veröffentlichung frei gab. Heute ist das Rechtsgutachten zur Verantwortung von Bischöfen, Generalvikaren und weiteren Führungskräften im Missbrauchsskandal im Kölner Erzbistum der Kölner Staatsanwaltschaft übergeben worden. In einer Pressekonferenz des Erzbistums wird es auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Schwäbisch Gmünd

Gespräch Katholische Frauenorganisation „Maria 2.0“ kritisiert Bischofskonferenz: „Die wollen nichts ändern“

Die katholische Frauenbewegung „Maria 2.0“ hat ihre Kritik an der katholischen Kirche in Deutschland erneuert: „Ich sehe nicht, dass sich da was bewegt“, sagt Beate Spießhofer, die bei der Basis-Organisation in Schwäbisch Gmünd aktiv ist. Die Reaktion auf die „Thesenanschlags“-Aktion an Kirchentüren am Wochenende des 20./21. Februar sieht Spießhofer überwiegend positiv: „Ein Geistlicher hat das in seiner Predigt sogar positiv gewürdigt, dass Laien sich so engagieren“. Ein anderer Pfarrer habe dagegen das Aufhängen der Plakate ausdrücklich untersagt.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch „Die katholische Kirche kann sich selbst nicht reformieren“ – Das System Ratzinger und der sexuelle Missbrauch

Es gebe in der der katholischen Kirche ein uraltes Vertuschungssystem, das Joseph Ratzinger vorgefunden hat, sagt die Theologin Doris Reisinger: „Ratzinger hat dieses System allerdings weiterentwickelt, so dass man heute tatsächlich vom System Ratzinger sprechen kann“.
Das alte Vertuschungssystem bestehe aus einem Kleriker-zentrierten Kirchenrecht, in dem Opfer de facto keine Rechte haben. Ratzinger habe dem ein „unglaublich naives Kirchen- und Menschenbild“ hinzugefügt. Aus einer Art Wunschdenken heraus habe er sein naives Kirchenbild über das alte Vertuschungssystem „gegossen“.
Anstatt rechtlich funktionierende Maßnahmen gegen den systematischen sexuellen Missbrauch zu ergreifen, habe er beispielweise die irischen Katholiken zum Fasten und Beichten aufgerufen. Es gebe ein erstaunlich starkes innerkirchliches Narrativ, dass Joseph Ratzinger als einen „stillen Helden im Kampf gegen Missbrauch“ sehe. Das sei jedoch ein Mythos und müsse entlarvt werden, meint Doris Reisinger.
Doris Reisingers hat zusammen mit dem Regisseur Christoph Röhl das Buch „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“ geschrieben, sie selbst war Mitglied einer fundamentalistischen katholischen Gruppe, nun schreibt sie Bücher und veröffentlicht zu Missbrauch in der katholischen Kirche, 2019 erschien ihr Buch „Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche“, 2014 „Nicht mehr ich. Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau“.  mehr...

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