Gespräch

Bündnis Klinikrettung: Weitere Schließung von Krankenhäusern in der Pandemie undenkbar

STAND
INTERVIEW

Das Sterben der Krankenhäuser entwickelt sich zur Gefahr für das Gesundheitswesen, warnt das Bündnis Klinikrettung. 1991 gab es demnach noch knapp 2.500 Kliniken in Deutschland. Inzwischen sind es unter 2.000.

Audio herunterladen (5,8 MB | MP3)

Weitere Krankenhausschließungen sind undenkbar

Die Zahl der Betten sank von 660.000 auf unter 500.000. Dabei sei es gerade in einer Notsituation wie der Pandemie „undenkbar, dass weiterhin Krankenhausschließungen stattfinden“, so die Sozialwissenschaftlerin Laura Valentukeviciute in SWR2. Ihr Verein „Gemeingut in BürgerInnenhand“ gehört zum Bündnis Klinikrettung.

Den Schließungen einzelner Bereiche eines Krankenhauses folge später meistens das Aus für die ganze Klinik, das zeigten die Erfahrungen. Betroffen seien meistens kleinere Krankenhäuser in ländlichen Regionen, deren Betriebskosten durch das System der Fallpauschalen nicht aufgefangen werden könnten.

Das System der Fallpauschalen muss komplett verändert werden

Durch den Krankenhausstrukturfonds der Bundesregierung würden solche Schließungen weiter forciert, sagt Laura Valentukeviciute. Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn habe das zunächst geleugnet. Mit Veröffentlichung des neuen Berichts zum Strukturfonds Ende November sei jedoch klar geworden, dass die Schließung von Krankenhäusern politisch beabsichtigt sei.

Das System der Fallpauschalen müsse komplett verändert werden, fordert die Vertreterin des Bündnisses Klinikrettung. Würden die Krankenhäuser zu einer Selbstkostendeckung zurückkehren, seien die meisten Klinikschließungen nicht mehr erforderlich.

Feature Zwischen Patientenwohl und Ökonomie – Krankenhäuser unter Druck

Die Pandemie stellt unser Gesundheitssystem auf die Probe. Es geht nicht nur um Intensivstationen. Es gab Berichte, dass die Anzahl der Intensivbetten falsch berechnet wurde, diese abgebaut wurden und von fehlendem Personal.  mehr...

SWR2 Feature SWR2

STAND
INTERVIEW