Jugendliche sitzen in einem Unterrichtsraum. Eine Lehrkraft schreibt mit Kreide an eine Tafel. (Foto: Colourbox, Model Foto: Colourbox.de -)

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Vorbildlich? Das finnische Schulsystem

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Ralf Caspary im Gespräch mit Marja Martikainen
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Susanne Paluch

Regelmäßig ging Finnland bei den PISA-Tests als Sieger hervor. Was ist das Besondere an finnischen Schulen? Und kann Deutschland von dem nordischen Nachbarn lernen? Ralf Caspary hat die finnische Schulentwicklungsforscherin Marja Martikainen befragt.

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Das Gespräch mit Marja Martikainen auf einen Blick:

Die Grundidee des finnischen Schulsystems ist es, allen Schülern die gleiche Chance zu geben. Es gilt das Prinzip, jede und jeder hat Fähigkeiten, von denen andere lernen können. Ermöglicht wird das z.B. durch viel Gruppenarbeit im Unterricht, bei der jeder jedem hilft. Sonderpädagogen, die eigens dafür da sind, schwächere Schüler besonders zu fördern, nehmen am Unterricht teil.

Das soziale Miteinander steht im Vordergrund.

Alle Schüler werden bis zur 9. Klasse zusammen unterrichtet. Erst danach wird entschieden, wie die Laufbahn für die Schülerinnen und Schüler weitergeht. Der große Vorteil des späteren Selektierens besteht darin, dass die Schüler schon viel weiter entwickelt und klarer ist, worin ihre Stärken liegen und wie ihre Zukunftswünsche aussehen. 

Der Lehrerberuf genießt in Finnland – im Gegensatz zu Deutschland – hohes Ansehen, vergleichbar mit dem von Ärzten und Juristen. 

Da das finnische Curriculum lediglich festlegt, welche Kernkompetenzen im Unterricht vermittelt werden müssen, sind Lehrerinnen und Lehrer sehr frei in der Unterrichtsgestaltung. Das motiviert die Lehrkräfte – auch wenn ihre Bezahlung nicht besser ist als z.B. in Deutschland.

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