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Das Bauhaus feiert 100. Geburtstag und steht glänzend da: Die Kunstschule ist ein Mythos, weltweit verehrt als Inbegriff von Fortschritt und Moderne.

Aber wie lebt es sich heute tatsächlich in der Architektur, die das Wohnen radikal neu denken wollte? Die Lebenswelten sind vielfältig und reichen von der Berliner Gropiusstadt über die mittelständische Karlsruher Siedlung Dammerstock bis zu exklusiven Einfamilienhäusern in bester Lage.

Bewähren sich die Gestaltungsprinzipien des Neuen Bauens auch im 21. Jahrhundert? Und wie geht die zeitgenössische Architektur mit diesem Erbe um?

Bauhausarchitektur: Treppenaufgang im Forum Alte Post in Pirmasens (Foto: SWR, SWR - Foto: Marie-Christine Werner)
Auch die alte Pirmasenser Hauptpost ist architektonisch ein Denkmal der Bauhaus-Formensprache, entstanden in der Zeit zwischen dem Erstem und Zweitem Weltkrieg, die in Pirmasens von der Entwicklung neuer Wirtschaftszweige und einem verzweifelten Überlebenskampf während der Inflation gekennzeichnet war. Das denkmalgeschützte Gebäude von 1928 wird derzeit zu einer Jugendherberge umgebaut. Elemente der Bauhaus-Architektur bleiben jedoch erhalten und lassen sich im Gebäude wiederentdecken.Über die Bauhaus-Architektur von Pirmasens informiert auch eine Doppelausstellung im Forum Alte Post. SWR - Foto: Marie-Christine Werner Bild in Detailansicht öffnen
Weil es bald neuen Platz geben wird, ist die Stimmung im Haus sehr gut. Direkt neben dem jetzigen Museum wird dafür ein Zollgebäude abgerissen. Der Vorschlag zu der Museumserweiterung kam von Andreas Brand, dem Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen. Dafür bekam er viel Rückenwind. Vor wenigen Wochen hat der Gemeinderat einstimmig und ohne Enthaltungen für das städtische Museumskonzept gestimmt. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Foto: Myrzik Bild in Detailansicht öffnen
Der Nationalsozialismus war eine Zäsur in der Bauhaus-Bewegung. Als einer der letzten nahm Herman Blomeier 1932 in Dessau sein Bauhaus-Diplom entgegen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte er seine architektonischen Ideen umsetzen. 1950 baut er am Bodensee die Bauten zwischen der Fährverbindung von Meersburg nach Konstanz. Wie Pfeiler einer unsichtbaren Brücke ragen die beiden Baukörper in den See hinein. Die schwerelos wirkenden Pavillons aus Beton, Stahl und Glas stehen mit ihren geschwungenen Formen, weiten Flachdächern und filigranen Details für die Aufbruchstimmung der jungen Bundesrepublik.Im Bild: Die Ländebauten in Konstanz im Jahre 1953 Pressestelle Konstanzer Architekturfotografen Heinz Kabus - Heinz Kabus Bild in Detailansicht öffnen
Anfang des 20. Jahrhundert entstand mit einem neuen Körperbewusstseins auch eine Schwimmkultur in Deutschland. 1926 wurde der Schwimmunterricht an Schulen eingeführt. So entstanden in der Zeit des Neuen Bauens auch viele Bäder.In Stuttgart Heslach steht bis heute das 1929 im Bauhaus-Stil gebaute Heslacher Stadtbad. Die Baumeister Franz Groos und Friedrich Fischle waren zwar keine Bauhaus-Architekten, doch orientierten sie sich ganz an den damals populären Formen der Neuen Sachlichkeit, die sie den Bedürfnissen der Stadtbevölkerung anpassten. Die Schwimmhalle steht mitten in einem belebten Wohngebiet und beeindruckt mit seinen imposanten Ausmaßen und der symmetrischen Aufteilung des Raumes mit der umlaufenden Galerie. picture-alliance / Reportdienste - Marijan Murat Bild in Detailansicht öffnen

„Great Spas of Europe“: Drei deutsche Kurstädte neu auf der UNESCO-Welterbeliste

Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen kommen auf die UNESCO-Welterbeliste. Das hat das Welterbe-Komitee am 24. Juli 2021 bei seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou beschlossen. Baden-Baden in Baden-Württemberg, Bad Ems in Rheinland-Pfalz und Bad Kissingen in Bayern sind Teil der „Great Spa Towns of Europe“. Mit diesem Titel hatten sich elf Kurstädte aus sieben europäischen Staaten beworben.  mehr...

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Im schwedischen Lappland wird die Stadt Kiruna mit rund 18000 Bürger*innen quasi umgesiedelt. Der Grund: Tief im Untergrund wird seit 100 Jahren nach Eisenerz gegraben. Dadurch haben sich riesige Risse an der Oberfläche gebildet, die dem Ort zuletzt immer näher kamen.  mehr...

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Gespräch Humboldt Forum Berlin öffnet für das Publikum: Schwache Architektur, gute Ausstellungen

Die Sammlungen, die im Humboldt Forum zu sehen sind, stammen aus der Kolonialzeit, also „einem Kontext, wo Europa behauptet hat, es ist besser als andere Kulturen“, erklärt der Architekturkritiker Nikolaus Bernau in SWR2 Kultur Aktuell: „Da sind wir ja hoffentlich ein bisschen drüber hinweg, aber diese Architektur erzählt das noch ununterbrochen.“  mehr...

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