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INTERVIEW

Wenn ein Handelsabkommen der EU mit Großbritannien noch gelingen könne, dann an diesem Wochenende, meint Nicolai von Ondarza, Leiter der Forschungsgruppe EU/Europa der Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik, in SWR2.

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Falls es nicht gelinge, drohe kommende Woche neue Unruhe aus London, werde die britische Regierung vermutlich ihr Binnenmarktgesetz wieder auf den Tisch legen, mit dem sie den bereits verabschiedeten Austrittsvertrag brechen würde. Für die kommenden Tage sei mit einer „Achterbahn der Gefühle“ und noch mit vielen „Irrungen und Wirrungen“ zu rechnen, so von Ondarza.

Mit Blick auf die Nordirland- und die Schottland-Frage sowie die großen wirtschaftlichen Schäden infolge der Corona-Pandemie müsse die britische Regierung eigentlich Interesse an einem Abkommen haben. Boris Johnson allerdings schaue vor allem auf seine eigene Partei, in der er bereits stärker unter Beschuss gekommen sei.

Forum Ein letzter Gipfel vor dem Ende - Der Brexit wird wahr

Thomas Ihmdiskutiert mit:
Quentin Peel, Europaexperte der Londoner Denkfabrik Chatham House
Prof. Dr. Sabine Riedel, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
Udo Seiwert-Fauti, freier Journalist, Straßburg  mehr...

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Gespräch EU-Gipfel debattiert erneut zum Brexit: Johnsons Mikado-Strategie und ihr Schaden

Boris Johnson hat der EU Druck gemacht beim Brexit. Der britische Premier will sich heute dazu äußern, ob ein Handelsabkommen zum Brexit noch zustande kommen. Rolf Langhammer vom Kieler Institut für Weltwirtschaft rät dazu, den Briten soweit wie möglich Zugeständnisse zu machen. "Die Alternative ist der große Knall", meint der Volkswirtschaftler, der gerade an einem Brexit-Gutachten für das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet. Er hofft: "Vielleicht setzt in London ja auch ein Lernprozess ein." Deshalb sieht Langhammer die Möglichkeit eines "kleinen" Handelsabkommens, das nur Industriegüter einschließe, aber keine Dienstleistungen. Im Fall eines Fehlschlags bei den Verhandlungen ist sich Langhammer sicher: "Die Briten haben die größeren Verluste, aber wir würden auch leiden." Er vermutet bei Johnson eine Mikado-Strategie: "Wer sich zuerst bewegt verliert." Leider werde auch in der britischen Öffentlichkeit der Brexit von der Corona-Lage verdrängt. Langhammer glaubt: "Das spielt Johnson in die Karten." Rolf Langhammer war Vizepräsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel und ist Experte für die Probleme, die sich wirtschaftlich für Großbritannien durch den Ausstieg aus der EU ergeben  mehr...

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lesenswert Feature Eine Frage des Anstands - John le Carré über den Brexit und Verrat

John le Carré gilt seit über 60 Jahren als scharfsinniger Zeitchronist und Meister des Agententhrillers. Mit "Federball" hat der 88-Jährige gerade die aufregende Geheimdienstgeschichte zum Brexit geschrieben.  mehr...

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Literatur In der Mitte der Seite ein Bruch - Der Brexit in der englischen Literatur

Seit dem Brexit-Referendum von 2016 üben sich die Briten in Selbstanalyse. Wer sind wir? Und wenn ja, wie viele? Auch die britischen Autorinnen und Autoren reagieren auf die Krise. Besonders spontan reagiert die Lyrik, doch auch erste Brexit-Romane sind bereits erschienen. Marten Hahn hat sich umgehört.

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