Gespräch

Bleib neugierig – „Checker Tobi“ begeistert Kinder mit Wissensthemen

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INTERVIEW

Auf der Straße erkennen Kinder ihn als "Checker Tobi“. Er erklärt im ARD KiKa, wie man im Barock lebte, checkt wie ein Busfahrer arbeitet oder was es heißt, Depressionen zu haben. Jetzt sind die ersten beiden Bücher von Tobias Krell erschienen: "Der große Gefühle-Check" und "Der große Digital-Check".

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Markus Brock: Eigentlich sind Sie immer als Checker Tobi unterwegs, ist er für Sie inzwischen so eine Art zweites Ich geworden?
Tobias Krell: Checker Tobi war von Anfang an eine Art zweites Ich. In ihm steckt ganz viel Tobias Krell und umgekehrt. Wenn Tobias Krell nicht schon sein Leben lang neugierig gewesen wäre, dann könnte ich auch nicht gleichzeitig Checker Tobi sein.

Kann diese Rolle auch mal anstrengend sein?
Als anstrengend empfinde ich es nicht. Es ist schön, wenn Kinder einen erkennen und ansprechen. Ich merke dann, wie sehr sie sich mit dieser Figur identifizieren. Sie haben das Gefühl, ich bin immer dabei. Es gibt Kinder, die kommen auf mich zu und erzählen mir einfach Geschichten aus der Schule oder so. Ich finde ich das gar nicht doof.

Sie kommen aus Mainz, haben Soziologie, Politik- und Medienwissenschaft studiert, in verschiedenen Redaktionen gearbeitet. Dann sind Sie Checker Tobi geworden. Warum wollten Sie Fernsehen für Kinder machen?
Das ist eher zufällig passiert. Ich habe sieben Jahre bei DasDing, hier beim SWR auch vor der Kamera gearbeitet. Dann hat mich eine Kollegin, mit der ich heute Checker Tobi mache, im Fernsehen gesehen. Das Casting lief gerade und sie haben mich eingeladen.

Kinderfernsehen hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Ich wollte auch nicht unbedingt vor eine Kamera. Und ich glaube, die „okay, ich mach mal mit“-Haltung, mit der ich zum Casting gefahren bin, hat letztlich den Ausschlag gegeben. Ich konnte entspannt sein und dann hat es geklappt.

„In dem Team, mit dem ich arbeite, sind mehr Freunde als Kollegen. Das spürt man wahrscheinlich auf der anderen Seite des Fernsehers.“

Kinder sind ein dankbares Publikum, können aber auch gnadenloses sein: absolut begeisterungsfähig, aber auch die ehrlichsten, offensten und härtesten Kritiker. Wie finden Sie da immer den richtigen Tonfall?

Das stimmt. Aber ich schätze das. Unsere Zielgruppe sind vor allem Sechs- bis Zehnjährige. Genau, wie Sie sagen: Sie sind brutal ehrlich. Wenn sie etwas nicht glauben, dann sagen Sie mir das auch.

Ich denke aber, dass das bisher so gut funktioniert, weil in dem Team, mit dem ich hier arbeite, mehr Freunde als Kollegen sind. Wir haben richtig viel Spaß beim Arbeiten – und das spürt man wahrscheinlich auf der anderen Seite des Fernsehers.

Die Kinder gehen bei einem riesigen Themenspektrum mit: Sie erklären, wie die Sinne funktionieren, wie Leute im Barock gelebt haben, versuchen sich als Busfahrer, es geht um Brot, um Blut … Gibt es ein Thema, von dem Sie sagen würden, dass es nicht geht?

Ich glaube, es gibt Themen, die muss man Kindern im Grundschulalter noch nicht erklären. Trotzdem glaube ich, dass man mit der richtigen Haltung fast alles machen kann und auch vor schwierigen Themen nicht Halt machen muss.

Ich glaube, Kinder werden viel zu oft unterschätzt. Sie freuen sich, wenn sie gefordert werden. Man könnte wahrscheinlich 25 interessante, spannende, kurzweilige Minuten zum Thema Versicherungen machen. Man kann aber auch genauso eine sensible, einfühlsame Sendung zum Thema Tod oder Terrorismus oder Depression produzieren.

Bei ihren ersten beiden Büchern geht es um Alltagsthemen. Einmal: Wie bestimmen Smartphones, Internet und Social Media unser Leben? Und beim anderen geht es um Gefühle. Wie funktionieren sie, wozu sind die gut? Wie sind Sie zu dieser Auswahl gekommen?

Wir haben nach grob gefassten Themen geschaut, die ich in der Sendung bereits bearbeitet habe. Die Kinder können die Bücher dann in ihrem eigenen Tempo durchblättern und man kann diese Themen dann mehr vertiefen. Gefühle und Digitales waren die beiden, zu denen wir schon viel gemacht haben und die sich anboten.

„Bleibt neugierig und wenn ihr etwas nicht versteht, fragt einfach so lange, bis ihr es wirklich kapiert habt!“

In Ihren Büchern wie in Ihren Film treten immer wieder Experten auf. Ist das eine wichtige Botschaft für die Kinder? Wenn du etwas nicht weißt, frag jemanden.

Ich glaube schon. Wenn Kinder mich etwas Fragen, sage ich immer: bleibt neugierig und wenn ihr etwas nicht versteht, fragt einfach so lange, bis ihr es wirklich kapiert habt! Im Grunde ist das genau das, was ich auch mache.

Wie kann man das fördern?

Ich glaube, es ist ganz wichtig ist, dass man begeisterungsfähige Vorbilder hat. Das fängt im Elternhaus an, geht über die Lehrkräfte bis zu Programmen, wie wir eines machen. Jedes Kind hat Neugierde in sich. Und wenn sie bemerken, dass es Leute gibt, die sie cool finden und als Vorbild begreifen können, weckt das Begeisterung.

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