STAND
AUTOR/IN

Audio herunterladen (6,4 MB | MP3)

Der „Big Brother Award“ für Datenkraken und Privatsphäre-Verletzungen hat zum 20. Mal Negativpreise in 7 Kategorien an Konzerne und Politiker für die missbräuchliche Nutzung von Technik und Informationen verliehen.

Das Land Baden-Württemberg hat die ungeliebte Auszeichnung in der Kategorie Digitalisierung erhalten für die Entscheidung, wesentliche Dienste der digitalen Bildungsplattform von Microsoft betreiben zulassen. Das zuständige Ministerium weist diese Darstellung des Datenschutzvereins Digitalcourage als nicht korrekt zurück.

EEG-Stirnbänder sollen Konzentration von Schüler*innen messen

Die Gründerin des Vereins "Digitalcourage", Rena Tangens, kritisierte in ihrer Laudatio vor allem die Firma BrainCo, die einen Big Brother Award für ihre EEG-Stirnbänder erhielt, die mittels Gehirnstrommessung die Konzentration von Schüler*innen messen sollen. Der Konzentrationsgrad wird von einer LED auf dem Stirnband angezeigt und per Funk an den Lehrerrechner übermittelt.

"Was ich schlimm finde ist, dass es nicht um ein Ziel von Bildung geht bei diesen Erfindungen, sondern um das Reinprügeln von Lernstoff- es geht um Dressur".

Rena Tangens

Zu den diesjährigen Preisträger*innen gehört neben der Firma BrainCo und dem Leibniz Wissenschaftscampus Tübingen auch die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann, die die Software Microsoft 365 im Schulunterricht einsetzen will. Auch hier übte Tangens deutliche Kritik: Zum einen sei die Schule kein Ort für Werbung. Zum anderen könne man die Datenschutzplattform Microsoft 365 gar nicht datenschutzgerecht betreiben. "Es ist fatal, dass eine in den USA angesiedelte Firma sensible Daten aus Deutschland bekommt, zumal die von Schülerinnen und Schülern."

"Big Brother Award" vom Verein Digitalcourage Vorwurf mangelnder Datenschutz: Negativ-Preis für Baden-Württemberg

Über diese Auszeichnung freut sich niemand: Der Negativpreis "Big Brother Award" geht in diesem Jahr unter anderem an das Land Baden-Württemberg. Das zuständige Ministerium kann das nicht nachvollziehen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN