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Kasernen, die die Namen von Wehrmachtsgenerälen oder Kolonial-Generälen tragen, Straßen, die Mohrenstraße heißen. Solche historischen Zeichen für Nazismus und Rassismus im öffentlichen Raum werden seit einigen Jahren mit Recht stark kritisiert.

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In Berlin hat am Donnerstag Abend der Bezirk Mitte entschieden, dass die Mohrenstraße umbenannt werden soll in Anton Wilhelm Amo-Straße. Anton Wilhelm Amo, geboren 1703, kam als Sklave aus Ghana nach Amsterdam und machte dann in Deutschland einen erstaunlichen Lebensweg. Er wurde der erste Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland.

Am Herzogtum Braunschweig-Wölfenbüttel habe er eine humanistische Ausbildung erfahren, erzählt die Kuratorin Jule Hillgärtner: „Er blieb dort für gut zwanzig Jahre, bevor er an verschiedene Universitäten in Halle-Wittenberg und Jena ging. Dort hat er als Philosoph gelehrt und geforscht“, so Hillgärtner. Sie hat gerade im Kunstverein Braunschweig die Ausstellung „The Faculty of Sensing“ kuratiert, die künstlerische Positionen zum Leben von Anton Wilhelm Amo zusammenbringt.

Debatte Pfitznerstraße in Mainz: Ehrung eines Antisemiten?

Die jüdische Gemeinde wollte für ihre neue Synagoge in der Mainzer Neustadt keine Adresse in der „Hindenburgstraße“. Daher gibt es dort nun schon seit 2009 einen „Synagogenplatz“. Eine diplomatische Lösung, die nicht überall funktioniert. Die Arbeitsgemeinschaft „Historische Straßennamen“ empfiehlt weitere Umbenennungen. Nun wird über die Pfitznerstraße diskutiert.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Kommentar Debatte um historische Denkmäler: Keine Selbstjustiz beim Abriss

Auch in Deutschland tobt die Debatte zur Frage, ob historische Denkmäler abgerissen werden sollen, wenn sie Rassismus und Kolonialismus verherrlichen. Doch wie weit trägt ein „Aus den Augen - aus dem Sinn“ intellektuell?
Rainer Volk argumentiert, dass Denkmäler auch die Irrtümer der Geschichte aufzeigen können und es darauf ankommt, sie in ihren Kontext zu setzen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Stuttgart diskutiert Denkmalstürze: Öffentlicher Raum als Platz für (Ent-)Ehrungen

Wie gehen wir heute mit Denkmälern von politisch oder moralisch umstrittenen Personen der Geschichte um? Josef Klegraf vom Verein „Zeichen der Erinnerung“ setzt auf Hinweistafeln oder künstlerische Interventionen. In Stuttgart gebe es z.B. einen kritisierten Bismarckturm — ohne relativierende Hinweistafel würde sich jedoch kaum jemand mehr an den Reichskanzler erinnern. Eine liberale Gesellschaft müsse auch unbequeme Denkmäler ertragen.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Kulturmedienschau Denkmalstürze der Black Lives Matter – Bewegung | 16.6.2020

Der Sklavenhändler Edward Colston in Bristol, der brutale Kolonialherr Leopold II. in Brüssel, Christopher Kolumbus und andere in den USA – die Black Lives Matter-Bewegung bringt Statuen von Rassisten zu Fall. Was bedeuten die Aktionen der Denkmalstürmer? Die Debatte in den Feuilletons und im Netz ist international und kontrovers.  mehr...

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