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Subkultur oder Kapitalismus: Wird „Do It Yourself“ jetzt in Coronazeiten mit der heimischen Produktion von Atemschutzmasken zum staatstragenden Massenphänomen?

„Das ist durchaus ambivalent,“ sagt Alexandra Karentzos in SWR2. Einerseits sei das Selbermachen als Konsumkritik, als aktivistisches Selbstermächtigungsprinzip zu verstehen. Andererseits sei es auch Teil der Kulturindustrie und der ökonomischen Marktmacht, was sich in Baumärkten und Bastelläden zeige, so die Kunsthistorikerin.

Inwieweit dem Selbermachen auch Geschlechterrollen und Geschlechterklischees zugrunde liegen, offenbare sich gerade sehr deutlich in der medialen Vermittlung, sagt Karentzos: „Man sieht in den Nachrichten meist Frauen, die Masken nähen - und damit die Handarbeit klar weiblich kodieren.“

Gleichzeitig könne man aber auch die männliche Gegenbewegung in den Baumärkten erleben. „Da bilden sich lange Schlangen vor den Baumärkten, die ganz nach dem Motto ‚Selbst ist der Mann‘ sich verorten“, sagt Karentzos.

Die Kunsthisotrikerin leitet den Bereich Mode und Ästhetik an der TU Darmstadt. In diesem Semester hält sie ein Online-Seminar zum Thema „Do It Yourself“

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