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Exzellent ausgebildet und viel belesen, die erste in katholischer Theologie habilitierte Frau der Welt — gleichzeitig aber eine umstrittene Kirchenkritikerin und leidenschaftliche Friedensaktivistin: Uta Ranke-Heinemann, Tochter des ersten Bundespräsidenten Gustav Heinemann, ist am 25. März 2021 im Alter von 93 Jahre in Essen verstorben.

Als Kind im evangelischen Glauben sozialisiert

Uta Ranke-Heinemann wurde am 2. Oktober 1927 in Essen geboren — in eine evangelische Familie, als älteste Tochter des späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann.

Früh gefördert absolvierte Ranke-Heinemann ein Studium der evangelischen Theologie unter anderem in Oxford, Bonn, Basel und Montpellier. 1953 konvertierte sie zum Katholizismus und studierte fortan katholische Theologie.

Erste Professorin für katholische Theologie

Nach ihrer Habilitation 1969 wurde Uta Ranke-Heinemann ein Jahr später zur Professorin berufen. 1987 entzog der damalige Ruhrbischof Franz Hengsbach der Essener Theologin die Lehrbefugnis, nachdem sie das Dogma von der Jungfrauengeburt Jesu angezweifelt hatte.

Ranke-Heinemann vertrat daraufhin, bis zu ihrer Emeritierung 1990 an der Universität Duisburg-Essen, das Fach Religionsgeschichte.

Kirchenkritikerin und Aufklärerin

In Büchern und Talkshows übte die Wissenschaftlerin scharfe Kritik an der Kirche, insbesondere am Zölibat und an der Sexualmoral. Insbesondere beschäftigte sich die Theologin mit der fehlenden Auseinandersetzung der Kirche mit Sexualität und Problemen wie Pädokriminalität und Pädophilie.

Ihr ehemaliger Mitstundent der katholischen Theologie in München, Joseph Ratzinger — später Papst Benedikt XVI. —, wurde von ihr kritisiert für seine Vertuschungspolitik und die Anweisung, pädokriminelle Vergehen von Priestern nicht an die staatlichen Strafverfolgungsorgane zu melden.

SWR2 Forum Chaos auf katholisch - Zerbricht die Kirche am Missbrauch?

Lukas Meyer-Blankenburg diskutiert mit
Raoul Löbbert, Chefkorrespondent von Christ & Welt
Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur
Prof. Dr. Tine Stein, Politikwissenschaftlerin  mehr...

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Zu Ranke-Heinemanns bekanntesten Werken gehören das 2002 neu aufgelegte „Nein und Amen“, in dem sie auch persönliche Glaubenszweifel an der Doktrin der christlichen Kirche äußert, außerdem „Eunuchen für das Himmelreich“, das 2012 erweitert als Taschenbuch herausgegeben wurde.

Weltweite Friedensaktivistin

Als Pazifistin und linke Ikone startete Uta Ranke-Heinemann auch politische Initiativen — Treffen mit kommunistischen Politiker*innen und der Bevölkerung in Ländern wie Nordvietnam, Kambodscha und Russland waren Versuche der Aussöhnung.

In den 1980er Jahren brachte sie sich aktiv bei der Friedensbewegung ein. Deshalb schickte die PDS sie 1999 für die Bundespräsidenten-Wahl ins Rennen.

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Gespräch Der Augiasstall Köln: Kardinal Woelki veröffentlicht Missbrauchsgutachten

Man sei gespannt, was da jetzt wirklich an die Öffentlichkeit komme, sagt Ullrich Pick aus der SWR Redaktion Religion und Gesellschaft in SWR2. Laut SPIEGEL soll das neue Gutachten mehr als 300 Verdachtsmeldungen enthalten, auf mehr als 300 Opfer eingehen, und mehr als 200 Beschuldigte aufzählen. Das alte Gutachten behandelte dagegen nur 15 Fälle.
„Diese 700 Seiten, die wir erwarten, sind sie zum Teil geschwärzt, dann nützt das niemand etwas. Oder kommt wirklich etwas zur Sprache, was wir erwarten. Und die Frage ist natürlich auch, diese Leute, die im Fokus stehen und von denen wir wissen wollen, wie haben sie denn wirklich über die Jahrzehnte gehandelt, werden sie jetzt besser behandelt in dem neuen Gutachten. Oder wäre es letztendlich besser gewesen, das alte Gutachten zu veröffentlichen“, so Pick.
Wie die Zurückhaltung des ersten Gutachtens zu verstehen sei, frage man sich auch umso mehr, wenn man bedenkt, dass im Nachbarbistum Aachen ein Gutachten von der gleichen Münchner Kanzlei angefertigt und ohne Wenn und Aber der Öffentlichkeit preisgegeben wurde.
Dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wird vorgeworfen, die Aufklärung und Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in seinem Erzbistum zu verschleppen. Denn vor einem Jahr sollte bereits ein entsprechendes Gutachten vorgestellt werden, dass Woelki aber nicht zur Veröffentlichung frei gab. Heute ist das Rechtsgutachten zur Verantwortung von Bischöfen, Generalvikaren und weiteren Führungskräften im Missbrauchsskandal im Kölner Erzbistum der Kölner Staatsanwaltschaft übergeben worden. In einer Pressekonferenz des Erzbistums wird es auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden.  mehr...

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Tagesgespräch Bischof Peter Kohlgraf, Mainz: "Wir sind nicht nur Missbrauch"

Im Vorfeld der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz räumte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf im SWR Tagesgespräch ein, dass "die Kölner Geschichte" im Moment alles überlagere. Hintergrund ist die massive Kritik am Kölner Kardinal Woelk für den Umgang mit einer Studie zum Missbrauch in seinem Bistum, die er unter Verschluss hält. Zu den Rücktrittsforderungen an Woelki wollte sich Bischof Kohlgraf nicht äußern. Er nehme aber wahr, dass "die Stimmung auch ins Bistum Mainz schwappt." Zum Thema Frauen in der katholischen Kirche köndigte Kohlgraf an: "Was wir machen können, ist, auch in die Weltkirche kommunizieren, dass das Thema bei uns brennt."
Mit Blick auf die Bischofskonferenz sagte Kohlgraf: "Wir sind nicht nur Missbrauch. (...) Es geht auch darum zu zeigen, was wir an guten Ressourcen haben."  mehr...

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SWR2 Glauben Enttäuschte Hoffnungen?

Acht Jahre Papst Franziskus
Von Tilmann Kleinjung  mehr...

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Gespräch „Die katholische Kirche kann sich selbst nicht reformieren“ – Das System Ratzinger und der sexuelle Missbrauch

Es gebe in der der katholischen Kirche ein uraltes Vertuschungssystem, das Joseph Ratzinger vorgefunden hat, sagt die Theologin Doris Reisinger: „Ratzinger hat dieses System allerdings weiterentwickelt, so dass man heute tatsächlich vom System Ratzinger sprechen kann“.
Das alte Vertuschungssystem bestehe aus einem Kleriker-zentrierten Kirchenrecht, in dem Opfer de facto keine Rechte haben. Ratzinger habe dem ein „unglaublich naives Kirchen- und Menschenbild“ hinzugefügt. Aus einer Art Wunschdenken heraus habe er sein naives Kirchenbild über das alte Vertuschungssystem „gegossen“.
Anstatt rechtlich funktionierende Maßnahmen gegen den systematischen sexuellen Missbrauch zu ergreifen, habe er beispielweise die irischen Katholiken zum Fasten und Beichten aufgerufen. Es gebe ein erstaunlich starkes innerkirchliches Narrativ, dass Joseph Ratzinger als einen „stillen Helden im Kampf gegen Missbrauch“ sehe. Das sei jedoch ein Mythos und müsse entlarvt werden, meint Doris Reisinger.
Doris Reisingers hat zusammen mit dem Regisseur Christoph Röhl das Buch „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“ geschrieben, sie selbst war Mitglied einer fundamentalistischen katholischen Gruppe, nun schreibt sie Bücher und veröffentlicht zu Missbrauch in der katholischen Kirche, 2019 erschien ihr Buch „Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche“, 2014 „Nicht mehr ich. Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau“.  mehr...

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Schwäbisch Gmünd

Gespräch Katholische Frauenorganisation „Maria 2.0“ kritisiert Bischofskonferenz: „Die wollen nichts ändern“

Die katholische Frauenbewegung „Maria 2.0“ hat ihre Kritik an der katholischen Kirche in Deutschland erneuert: „Ich sehe nicht, dass sich da was bewegt“, sagt Beate Spießhofer, die bei der Basis-Organisation in Schwäbisch Gmünd aktiv ist. Die Reaktion auf die „Thesenanschlags“-Aktion an Kirchentüren am Wochenende des 20./21. Februar sieht Spießhofer überwiegend positiv: „Ein Geistlicher hat das in seiner Predigt sogar positiv gewürdigt, dass Laien sich so engagieren“. Ein anderer Pfarrer habe dagegen das Aufhängen der Plakate ausdrücklich untersagt.  mehr...

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