Stuttgart

Emil Markus: Freiwillig fürs Vaterland gekämpft

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Stolperstein in der Olgastr. 61

Zunächst blieben Juden, die in einer so genannten "Mischehe" lebten im nationalsozialistischen Deutschland verschont. Doch nach und nach wurde auch ihr Alltag immer mehr eingeschränkt. Fiel der Schutz durch den nichtjüdischen Partner weg, beispielsweise durch Tod oder Scheidung, waren Menschen wie Emil Markus dem Regime schutzlos ausgeliefert.

Kurzbiographie:

Emil Markus (*3.1.1887) wurde in Schlesien geboren. In München lernte er seine evangelische Frau kennen. Nach der Hochzeit zog das junge Paar nach Stuttgart. Ihre beiden Kinder Hilde und Emil Fritz galten nach den Nürnberger Rassegesetzen von 1935 als so genannte "Mischlinge 1. Grades".

Freiwilliger im Ersten Weltkrieg

Emil Markus sah sich selbst nie in Gefahr, weil er als Freiwilliger für sein Vaterland im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte. Doch die Situation von Juden, die in "Mischehe" lebten wurde zunehmend prekärer und auch Emil Markus bekam dies zu spüren. Er wurde mehr und mehr isoliert, konnte nicht mehr am normalen Leben teilnehmen. Er wurde zu Hilfsarbeiten verpflichtet und arbeitete unter anderem in einer Radiofabrik in Cannstatt.

Im Jahr 1938 starb seine Ehefrau. Beide Kinder lebten bei ihm, bis der Sohn eingezogen wurde und an die Front musste. Am 11. Januar 1944 wurde Emil Markus von Stuttgart nach Theresienstadt deportiert. In den ersten neun Monaten bestand noch Briefkontakt zu seinen Kindern, der jedoch plötzlich abbrach: der Vater wurde am 1. Oktober 1944 mit einem der letzten Transporte von Theresienstadt nach Auschwitz gebracht und dort ermordet.

Dokument, das die Beschlagnahmung des Radios belegt (Foto: Pressestelle, XXX -)
Bescheid vom September 1941: Das Radio von Emil Markus wird beschlagnahmt Pressestelle XXX -
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