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Home-Office habe Vorteile — man könne zum Beispiel Arbeit und Familie besser vereinbaren, sagt Wolfgang Schroeder, Politikwissenschaftler an der Universität Kassel, im Gespräch in SWR2 am Morgen. Er wertet derzeit eine große Befragung aus über die Erfahrungen von Arbeitnehmer*innen mit Home-Office. Ungefähr ein Drittel der Befragten gebe allerdings an, Schwierigkeiten zu haben, die Grenze zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen.

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Ein Viertel der Befragten wiederum fänden die Arbeitsbedingungen schlechter als das, was sie im Büro vorfänden. Home-Office bedeute auch neue Herausforderungen für die Gewerkschaften im Kampf um die Rechte von Arbeitnehmer*innen.

Home-Office und Präsenzarbeit müssen möglich sein

Die Gewerkschaften befänden sich in dem Spagat, die Arbeitsbedingungen im Interessensausgleich von Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zu regeln: „Sie müssen darauf drängen, erstens, dass es Regeln gibt. Zweitens, dass es für diejenigen, die wollen auch die Möglichkeiten gibt, dass sie ins Home-Office gehen können, dass dort die Arbeitsbedingungen gut sind.“

Arbeit hat soziale Funktion

Und drittens müssten sie auch darauf schauen, dass es auf jeden Fall die Möglichkeit der Präsenzarbeit gebe, so Schroeder. Weil ein Schattenmoment der soziale Kontakt sei, erklärt der Wissenschaftler: „Arbeit ist etwas Soziales.“

Per Videoschalte spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 8. Februar 2021 mit Betriebsräten über die Erfahrungen in der Corona-Pandemie.

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