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In der Debatte um eine mögliche Absetzung des Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, hat sich der Publizist und ehemalige Direktor des "Fritz Bauer Instituts zur Geschichte und Wirkung des Holocaust", Micha Brumlik, hinter den von Klein kritisierten Kolonialismus-Forscher Achille Mbembe gestellt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Klein sei bemüht, seinen Job „überzuerfüllen“, sagte Brumlik in der Sendung SWR2 am Morgen. Dabei nutze er offensichtlich nicht immer die Gelegenheit, die Quellen, um die es geht, wirklich sorgfältigst zu prüfen.

„Ich glaube, an den Antisemitismusvorwürfen gegen Achille Mbembe ist nichts dran“, so Brumlik. Es sei zwar richtig, dass der afrikanische Intellektuelle Mbembe eine kritische Haltung zur israelischen Besetzung des Westjordanlandes seit 1967 habe. „Das aber in irgendeiner Weise mit Antisemitismus gleichzusetzen, schießt weit über das Ziel hinaus“, sagte Brumlik.

Offenbar habe Klein die Publikationen Mbembes, um die es in dem Streit geht, nicht gelesen. Kritik übte Brumlik auch am Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster.

Schuster hatte sich hinter den Antisemitismus-Beauftragten Felix Klein gestellt. „Josef Schuster, der viel zu tun hat, hat sich offensichtlich nicht ausreichend informiert“, so Brumlik. „Auch Josef Schuster sollte in Zukunft vorsichtiger urteilen, wo es um den sogenannten israelbezogenen Antisemitismus geht“.

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