Gespräch

Historiker Stuchtey: „Die britische Königsfamilie profitiert noch immer vom Erbe des Kolonialismus“

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INTERVIEW
Frauke Oppenberg

„Es nicht unkompliziert, weil die Queen sich selten politisch geäußert hat“, sagt der Historiker Benedikt Stuchtey von der Uni Marburg auf die Frage, ob sich Elizabeth II. je vom Kolonialismus distanziert hat.

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Das Interesse an einer Zusammenarbeit mit Großbritannien ist weiterhin groß

Das englische Königshaus sei seit der Tudor-Königin Elisabeth I. eng mit dem Kolonialismus verbunden und habe unter Viktoria einen Höhepunkt gefunden. „Die britische Königsfamilie profitiert sicher noch immer vom Erbe des Kolonialismus, allein von den Zinsen, die das angehäufte Vermögen bis heute abwirft“, so Stuchtey bei SWR2.

Es gebe inzwischen sehr viel Kritik, die offen und laut in den früheren Kolonien geäußert werde. Dabei gehe es um die Gewalt und die Besetzung durch das Empire.

Dennoch glaube Stuchtey nicht, dass das Commonwealth so schnell nach dem Tod von Elisabeth II. zusammenbrechen werde: „Dafür ist das Interesse an der Zusammenarbeit mit Großbritannien nach wie vor zu groß bei den einzelnen Mitgliedern. Das schließe aber nicht aus, dass auch hier Reformen folgen und eine neue Form des Miteinander unter den ehemaligen Kolonien und Großbritannien entstehe.

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