Politik Guter Syrien-Deal für die Türkei: „Erdogan hat, was er erreichen wollte“

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SWR2

Die Verlängerung der Waffenruhe in Nordost-Syrien sei für den türkischen Präsidenten Erdogan ein guter „Deal“, so der Nahost-Experte Daniel Gerlach. Erdogan habe „erreicht, was er erreichen wollte“.

Dass die Türkei ihre Offensive in der Region einstellt, glaubt Gerlach nach dem Gespräch Erdogans mit dem russischen Präsidenten Putin noch nicht: „Das hängt von vielen Faktoren ab, die Russland nicht beeinflussen kann“. Gewinner des Konflikts seien nach der jüngsten Entwicklung die Türkei, Russland und der syrische Diktator Assad. Aber, so Gerlach: „Die Kurden sind noch nicht erledigt, die haben noch sehr viele, sehr motivierte Kämpfer“.

Der Vorschlag von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer einer internationalen Schutzzone in der Region sei „grundsätzlich nicht schlecht, aber der kommt reichlich spät“. Nachdem die USA ihre Truppen aus der Region abgezogen hätten, werde der Westen Russland als „Schutzmacht“ akzeptieren müssen: „Wenn man einmal raus ist, ist es schwer wieder reinzukommen“. Dass der Syrien-Konflikt beendet ist, glaubt Gerlach noch nicht. Assads Truppen schafften es zwar, den Krieg zu gewinnen: „Aber ob sie es schaffen, den Frieden zu gewinnen, ist eine ganz andere Frage“.

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