Gespräch Michael Wolffsohn: Skandal, dass Juden in Deutschland Schutz fordern müssen

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Es sei ein Skandal, dass Juden in Deutschland Schutz für ihre Einrichtungen fordern müssten, so der Historiker Michael Wolffsohn in SWR2. Wolffsohn bezog sich auf entsprechende Forderungen des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Die Gesellschaften in Europa hätten sich zu lange nicht um die Sicherheit der Juden gekümmert, erklärte Wolffsohn. Der emeritierte Professor an der Bundeswehr-Universität in München sieht eine „Dreiheit“ aus rechtsextremistischen, islamistischen und linksextremistischen Judenhassern als Bedrohung.

„Man muss die sicherheitspolitischen Konsequenzen ziehen“, fordert Wolffsohn. „Wer daraus nicht Schlussfolgerungen zieht, hat in den entsprechenden politischen Positionen nichts zu suchen“. Für Wolffsohn liegt das tiefer liegende Problem im Postheroismus unserer Zeit. Sicherheitsfragen seien tabu. Er schlussfolgert: „Man muss die Sicherheitskultur in diesem Land und in Westeuropa dramatisch verbessern“.

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