Politik Die „Bürger“ der AfD und ihre erklärungsbedürftigen Freundschaften

AUTOR/IN
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Die AfD als Partei der Bürger oder der Bürgerlichkeit? Es sei völlig unklar, wie das der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alexander Gauland, für seine Partei reklamieren wolle, so der Germanist Heinrich Detering.

Zwar kopiere Gauland den Kleidungsstil und den bürgerlichen Habitus eines konservativen CDU-Politikers der 70er oder 80er Jahre. Die Rhetorik von Alexander Gauland dagegen sei eine der Ausschließung, so Detering: „Es wird eine Wir-Gruppe konstituiert, die inhaltlich kaum gefüllt ist, sondern hauptsächlich darüber definiert wird, wer nicht dazugehört.“

Mit „widerwärtigen Typen“ am Tisch

Zugleich müsse sich Gauland fragen lassen, „wie es sein kann, dass er mit ausgewiesenen Neonazis, völkischen Ideologen, solchen widerwärtigen Typen, an einem Tisch sitzt“, sich beispielsweise immer wieder auf seinen „Freund Björn Höcke“ beziehe und was dieser gesagt habe. „Das sind erklärungsbedürftige Freundschaften, gerade für einen so demonstrativen Bildungsbürger.“

Kultur schließlich gerate bei Gauland zu einem „Mittel deutscher Expansion in Europa“. Das, so Detering, „ist für ihn das Wichtigste an Goethe-Zeit und Bismarck-Zeit, dass sie die deutsche Sprache in Europa und in der Welt verbreitet haben.“ Was Goethe beispielsweise zum Begriff des Volkes eigentlich gesagt habe, interessiere Gauland dagegen nicht.

AUTOR/IN
STAND