Gespräch Kristin Helberg: Erdogan will in Nord-Syrien ein Protektorat schaffen

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6:00 Uhr
Sender
SWR2

Die türkischen Angriffe gegen die Kurden im Nordosten Syriens bringen nicht mehr Sicherheit, so die Nahost-Expertin Kristin Helberg. „Dann könnte man ja sagen: Wir schaffen eine wirkliche Pufferzone, die international kontrolliert wird“, so Helberg in SWR2. Der türkische Präsident Erdogan wolle ein Protektorat schaffen, das militärisch wie administrativ dauerhaft kontrolliert werden könne.

Die türkischen Angriffe gegen die Kurden im Nordosten Syriens bringen nicht mehr Sicherheit. „Dann könnte man ja sagen: Wir schaffen eine wirkliche Pufferzone, die international kontrolliert wird“, sagt die Nahost-Expertin Kristin Helberg zu dem Argument. Sie meint: Der türkische Präsident Erdogan wolle ein Protektorat schaffen, das militärisch wie administrativ dauerhaft kontrolliert werden könne.

Beispiele seien Aleppo und Afrin, wo die Türkei 2016 und 2018 ähnliche Militär-Aktionen unternahm. Ein weiterer Grund für die Angriffe ist für Helberg innenpolitischer Natur: „Erdogan will tatsächlich 1 bis 2 Millionen Syrer dort ansiedeln“. Diese seien „Sündenböcke“ für die schlechte Wirtschaftslage der Türkei. Das bedeute aber eine Vertreibung der Kurden. Die Offensive des türkischen Militärs sieht Helberg als Zeichen dafür, dass Erdogan keine Intervention anderer Mächte fürchte. Letztlich hätten damit nicht nur die USA die mit ihnen bisher verbündeten Kurden verraten, sondern auch Europa: „Auch wir lassen die Kurden im Stich. Europa müsste eine Pufferzone kontrollieren können“.

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