Gespräch Täter, die sich als Vollstrecker aufspielen

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Auf gesellschaftlicher Ebene sei Stephan B. kein Einzeltäter, so der Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke in SWR2. Radikalisiert habe er sich in der Kommunikation mit anderen. Es handle sich um einen „Nachahmertäter“ in der Kontinuität des Attentats von Christchurch und des 19-jährigen, der Ende April in Kalifornien eine Synagogenbesucherin tötete.

Das „politische Allgemeinklima“ in Deutschland sei eines der geistigen Brandstiftung, so Jaschke. Der Rechtspopulismus rund um die AfD stärke den Diskurs gegen Zuwanderung und Flüchtling. „Hier kann es durchaus sein, dass Täter sich als Vollstrecker aufspielen, indem sie sagen: ,Ihr redet immer darüber, wir schreiten jetzt zur Tat.'“

Es bestehe „ohne Frage Wiederholungsgefahr“, so Jaschke. Das Attentat von Halle bedeute eine neue Qualität rechtsextremer Gewalt, der sich die Bundesrepublik stellen müsse. „Es ist offensichtlich wieder möglich, dass in Deutschland Synagogen angegriffen werden und damit Juden. Das ist ein Angriff auf uns alle.“

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