Gespräch Insa Eschebach: KZ-Gedenkstätten erinnern an „verbotenen Umgang” mit Kriegsgefangenen

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Es gebe heute wieder die Tendenz, Fremde als Gefahr wahrzunehmen, sagt die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück Insa Eschebach in SWR2. Eschebach veranstaltet mit Kollegen am 15. und 16. November eine Konferenz im ehemaligen SS-Sonderlager KZ-Hinzert in Rheinland-Pfalz zum Thema: „Wider das Vergessen - Zum verbotenen Umgang zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen“.

Die zehn Millionen Kriegsgefangenen und Zivilisten, die während des Zweiten Weltkriegs im damaligen Reichsgebiet gearbeitet haben, seien nicht übersehen worden, so Eschebach. „Sie wurden aber als Menschen zweiter oder gar dritter Klasse wahrgenommen.”

Die Leiterin der Gedenkstätte des KZ- Ravensbrück erinnert an die Polen-Erlasse von 1940: „Das wurde offensichtlich von den Deutschen damals als relativ normal wahrgenommen“. Eschebach betont, es sei sehr wichtig, die Vergangenheit zu kennen und Traditionen anzuschauen, „auch heute, wo die Angst vor dem Fremden wieder zuzunehmen scheint.“ Fremde als Gefahr wahrzunehmen, sei „schon fast ein Topos in der deutschen Geistes- und Sozialgeschichte, der aber im Dritten Reich seine besonders entsetzliche Ausprägung erfahren habe.

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