Gespräch Eine Wormser Tagung um Luthers Auftritt vor dem Reichstag 1521

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6:00 Uhr
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SWR2

Martin Luthers Verteidigungsrede vor dem Reichstag in Worms 1521 war eine "aufgeladene, mythische Ursprungssituation". So erklärt der Kirchenhistoriker Prof. Thomas Kaufmann den Nachruhm der Szene eines Einzelnen, der den Mächtigen seiner Zeit gegenübersteht.

Luther selbst habe die Situation sehr nüchtern gesehen; sie sei aber von seinen Anhängern "gehypt" worden, findet Kaufmann. Das eigentliche Thema der Gewissensfreiheit habe Nachwirkungen bis in unsere Zeit, etwa auf Personen wie Martin Luther King oder die friedliche Revolution in der DDR 1989.

In Worms beginnt heute eine Tagung, mit der die 500-Jahr-Feier des Wormser Reichstags in zwei Jahren vorbereitet werden soll. Latent aktuell sind dabei auch Themen wie Zivilcourage oder die Frage „Wie werden Helden kreiert? Wie Anti-Helden“.

Der Augustinermönch Martin Luther wurde 1521 vor den Reichstag in Worms zitiert, um sich für seine Schriften zu verteidigen, die sich gegen die Dogmen der katholischen Kirche wandten. Er wurde dort mit einem Reichsbann belegt; seine Werke wurden verboten. Berühmt wurde sein Satz „Ich stehe hier, ich kann nicht anders“, der im Original lautete „Ich kann nicht anders, ich stehe hier.“

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