Gespräch Jörg Sartor, Essener Tafel: „Zusammenleben im Ruhrgebiet ist kaputt gegangen“

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Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

„Ich bin für einen gerecht verteilten Soli“, sagt Jörg Sartor, Vorstand der Essener Tafel, über die Spaltung von Ost und West in Deutschland. Der Ex-Bergmann Sartor, der 2018 wochenlang in den Schlagzeilen war, weil die Essener Tafel keine zusätzlichen Ausländer mehr mit Lebensmitteln versorgen wollte, sieht den Wandel im Ruhrgebiet skeptisch.

„Das ganze Zusammenleben untereinander ist kaputt gegangen“, sagt er über die Folgen des Niedergangs von Kohle und Stahl. Er sehe verhärtete Ghettos, deren Bewohner unter immensem Nachbardruck stünden, Moscheen zu besuchen, und beklagt, dass die Politik zu lange untätig gewesen sei.

Sartor hat eine Streitschrift verfasst mit dem Titel "Schicht im Schacht. Verarmung, gescheiterte Integration, gespaltene Gesellschaft ─ der Niedergang des Ruhrgebiets".

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