Digitalisierung Armin Nassehi: Im digitalen Zeitalter fehlt echte Selbstbestimmung

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6:00 Uhr
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SWR2

Informationelle Selbstbestimmung existiert im digitalen Zeitalter bisher nur als Anspruch, so der Soziologe Armin Nassehi in SWR2 über sein neues Buch „Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft“. So erzeuge die Datenschutzgrundverordnung den Eindruck, über die Verwendung persönlicher Daten mitentscheiden zu können. Tatsächlich aber würden sie von anderen verarbeitet, ohne dass die Betroffenen die Prozesse durchschauen könnten.

Digitalisierung ähnlich überfordernd wie anfangs die bürgerlichen Freiheitsrechte

Das digitale Zeitalter erinnere an den Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, meint der Soziologe Armin Nassehi. Die Forderungen nach Gleichheit hätten die soziale Ordnung der nachrevolutionären Gesellschaften in Frage gestellt. Oft aber hätten sich diese Ansprüche in der Realität noch gar nicht einlösen lassen.

Ähnlich sei es jetzt mit der Digitalisierung, hinter deren Möglichkeiten die Selbstbestimmung des einzelnen noch immer zurückbleibe.

Digitalisierung reicht zurück ins 18. Jahrhundert

Digitale Technik habe die Welt dabei keineswegs innerhalb nur weniger Jahre revolutioniert. Prozesse der systematischen Erfassung und Auswertung von Daten reichten zurück ins 18. und 19. Jahrhundert. Schon damals hätten Verwaltungen erfasst, wie breit Kanalisationskanäle in Städten und wie viele Weizenfelder rund um Städte angelegt werden müssten.

"Muster - Theorie der digitalen Gesellaft" von Armin Nassehi (Foto: Verlag C.H.Beck)
Buch-Cover von "Muster - Theorie der digitalen Gesellaft" von Soziologe Armin Nassehi erhältlich im C. H. Beck Verlag - ISBN 978-3-406-74024-4 - zu 26,00 Euro Verlag C.H.Beck
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