Gespräch

100 Jahre Kulturförderung bei BASF: Austausch über existenzielle Fragen

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Die Kulturarbeit bei BASF begann in einer Krisenzeit: Kriegsende, Inflation, politische Unruhen, all das habe den Kulturausschuss des Konzerns bewogen, ab 1921 mit Konzertveranstaltungen die Menschen zusammenzubringen, so Karin Heyl, Leiterin von Social Engagement bei dem Chemie-Unternehmen.

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Bewegte Vergangenheit

Ziel sei es gewesen, Trost zu spenden, denn zwei Monate vor Beginn der Kulturarbeit hatte es im Werk eine große Explosion mit über 560 Toten gegeben. Deshalb finden seitdem im „Feierabendhaus“ in Ludwigshafen Musik- und Kulturveranstaltungen statt. Der Name geht auf die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ zurück.

Wegen dieser Instrumentalisierung der Kultur und Kulturförderung unter den Nazis, sei heute auch die Aufarbeitung ein wichtiger Punkt, sagt Heyl — mit der Frage im Zentrum: „Was bedeutet das für uns heute?“

Austausch steht inzwischen im Mittelpunkt

Damals habe man der „leichten Muse“ gehuldigt, Komponisten aufgeführt, die als „germanisch“ eingeordnet wurde — die Kultur war gleichgeschaltet. Heute wolle man den vielen Auswirkungen der Kultur Raum geben und sich gemeinsam über existenzielle Fragen austauschen, findet Karin Heyl.

Mit dem neuen Projekt „Tor 4“ wolle man das auch tun — Begegnungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen ermöglichen. Bei dem Förderprogramm könnten sich, so Heyl, regionale Kulturschaffende und -organisationen bewerben, 2021 stehe es unter der Leitfrage „wie geht das neue Wir?“

Förderung in Corona-Zeiten besonders wichtig

Wegen Corona mussten inzwischen alle Jubiläumsfeierlichkeiten abgesagt werden. „Aber wir werden nachholen, was möglich ist“, so Karin Heyl, „zum Beispiel das Festkonzert mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz im Feierabendhaus“. In Hinblick auf die sich verschärfende Pandemie sagte Heyl :„Wir stehen weiter zu unseren Förderzusagen und wir werden auch die Institutionen bei Sonderprojekten für und in Coronazeiten unterstützen.“

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