Gespräch

10 Jahre „Junge Islamkonferenz“: Leiterin Asmaa Soliman über die Zukunft einer postmigrantischen Gesellschaft

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„Der Islam gehört zu Deutschland“, dieser Satz sei immer noch umstritten. Die Akzeptanz sei immer noch nicht ganz da — aber die Selbstverständlichkeit, mit der der Satz ausgesprochen werde, habe zugenommen, so Asmaa Soliman, die Leiterin der „Jungen Islamkonferenz“.

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Der Islam werde bisweilen immer noch als fremd angesehen. Islamfeindliche Angriffe hätten leider nicht abgenommen, sondern eher zugenommen. Seit dem rechten Terror von Hanau sei klar geworden, dass die Bedrohung von rechts zum Alltag von jedem gehöre, der einen muslimischen Background hat. Auch der Rassismus im Alltag sei weiter spürbar, sagt Asmaa Soliman, ob an der Supermarktkasse, bei der Job-Suche oder an der Bushaltestelle, wenn man einen rassistischen Satz höre. Das mache Muslim*innen und anderen Minderheiten das Leben in Deutschland immer noch schwer, betont Asmaa Soliman.

Verbesserte habe sich in den letzten 10 Jahren das Engagement und die Teilhabe muslimischer Menschen. Es gebe beispielsweise inzwischen mehr Muslim*innen im Deutschen Bundestag oder im Journalismus.

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